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Rottweiler
“von der Burgbleiche”©

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Auf den Spuren des Rottweiler

Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ihre besondere Eignung in dem Treiben von Vieh bestand und offensichtlich diese Tätigkeit in der zurückliegenden Zeit hauptsächlich ausgeführt wurde, wird der Rottweiler mit den Sennenhunden zu den Treibhunden gezählt.
Professor Dr. Seiferle schreibt:
"Die kleine, im Exterieur und Wesensveranlagung sehr ausgeglichene Gruppe der Sennen- und Treibhunde steht den Doggen ebenfalls nahe. Aber auch ihre Vertreter verfügten über so charakteristische Merkmale, dass sich die Zusammenfassung dieser fünf Rassen zu einer selbständigen Gruppe direkt aufdrängt. Ihre Heimat beschränkt sich auf die Schweiz und Süddeutschland. Als erblich fixierte Rasse sind sie noch alle jung, und als gemeinsame Ausgangsform dürfte der noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Mitteleuropa verbreitete sogenannte Metzgerhund in Frage kommen, der ihnen nach den vorliegenden Beschreibungen und Abbildungen in Format, Farbe und Triebkonstellation weitgehend entsprochen haben muss. Seine Aufgabe bestand offenbar hauptsächlich darin, die damals noch zu Fuß transportierten Herden der Viehhändler und Metzger während ihrer Wanderungen zusammenzuhalten und vorwärts zu treiben. Dabei mögen diese Viehtreiber da und dort von den Bauern als willkommene Helfer übernommen worden sein und sich so langsam in der bäuerlichen Landschaft des Voralpengebietes eingebürgert haben.

Die vier schweizerischen Sennenhunde wie der süddeutsche Rottweiler zeichnen sich durch einen sehr kräftigen, gedrungenen Körperbau und starke Bemuskellung sowie eine breite Brust mit betonter Rippenwölbung aus. Sie besitzen mittelgroßes Format, einen relativ kurzen, muskulösen Hals und stämmige, meist gut gewinkelte Gliedmaßen. Der Kopf ist leichter und trockener als bei den Doggen, besitzt einen flachen Stopp und ist durch ein kleines bis mittelgroßes, dreieckiges Hängeohr gekennzeichnet. Was der ganzen Gruppe aber vor allem ihr einheitliches Gepräge verleiht, das ist die glänzend schwarze Grundfarbe des Haarkleides mit leuchtend rostroter Verbrämung (Rottweiler), zu der sich bei den Sennenhunden noch symmetrisch verteilte, weiße Abzeichen gesellen. Mit Ausnahme des Berner Sennenhundes, der durch sein schlichtes oder leicht gewelltes Langhaar besticht, ist allen ein kurzes Stockhaar eigen.

Die Sennen- und Treibhunde sind alle bedeutend lebhafter, temperamentvoller und beweglicher als die eigentlichen Doggen und lassen sich leicht ausbilden; die größeren unter ihnen, vorab der Rottweiler und der Große Schweizer Sennenhund, haben sich als Dienst- und Zughund vortrefflich bewährt.

Nach Strebel gehören der Rottweiler und der deutsche Schäferhund zu denjenigen Hirtenhunden, deren Geschichte ins grauste Altertum zurückgeht. Die alten Römer kannten bereits drei ausgesprochene Arten dieser Hirtenhunde, die folgenden modernen Rassen entsprechen:

1 . Der Molosser, zu dem u. a. der russische Schäferhund, der ungarische Komondor und der Pyrenäenhund gehören.

2. Der stockhaarige Triebhund, dessen Rassen der Istrier Schäferhund, der Appenzeller, der Entlebucher und der Rottweiler-Metzgerhund sind.

3. Der stockhaarige und wolfsähnliche Schäferhund, der durch den deutschen, französischen, belgischen und holländischen Schäferhund und den Collie vertreten wird.

Danach wären sämtliche Triebhunde auf die alten stockhaarigen Römerhunde zurückzuführen, die als Viehtreiber die Heereszüge über die Alpen begleiteten und an bestimmten Orten der großen Heeresstraßen zurückblieben, um dann zu den Begründern der einzelnen Treibhundrassen zu werden. Die vermeintliche Übereinstimmung ihres Verbreitungsgebietes mit den Haupteinfallstraßen der Römer in das Alpenland bestärkte Strebel in seiner Ansicht.

So soll der Triebhund über die Alpen gekommen sein, über den großen historischen Pass des St. Gotthard. Von hier aus ziehen verschiedene Straßen abwärts, und jeder Weg führt in ein Gebiet, das einer Hunderasse Heimat und Namen gab.

Eine Straße führt nach Nordosten in Richtung auf den Bodensee in die Gegend von Appenzell; in diesem Gebiet fasste der Hirtenhund unter dem Namen Appenzeller-Sennenhund festen Fuß.

Vom St. Gotthard aus in westlicher Richtung kommen wir über den Furkapaß, durchs Haslital dem Lauf der Aare folgend, nach Bern und von dort nach Norden ins Emstal, dem Sitz der anderen Art, des Entlebucher (Entlebucher) Sennenhundes und des größeren Berner Sennenhundes.

Wird diese Heerstraße nach Norden weiter verfolgt, durch Aargau, Schaffhausen, Donaueschingen, so wird Rottweil erreicht, wonach der größte Treibhund benannt ist, nämlich der Rottweiler. Nach Auffassung von H. Räber ist Strebels Theorie jedoch nicht haltbar. Überzeugend argumentiert er:

"Heute ist das Straßennetz des römischen Weltreiches sehr eingehend erforscht. Dabei zeigt sich, dass weder durch das Entlebuch noch durch das Appenzell jemals ein römischer Handelsweg führte.

Die wichtigste Reichsstraße durch helvetisches Gebiet führte vom großen St. Bernhard (Mena poeninus) über Villeneuve, Vevey, Moudon zur Hauptstadt Avenches und von da durchs große Moos nach Studen (Petinesca), Solotburn, Vindonissa und an den Rheinübergang bei Zurzach. Eine Abzweigung führte über den Hauenstein nach Augst, die andere durch die Pierre Pertius (Petra pertusa) nach Gallien.

Der Gotthard wurde zur Römerzeit kaum begangen; die wichtigsten Bergpässe waren St. Bernhard, Splüger und Julier. Durchs Rheintal führte die Heerstraße der rechten Berglehne entlang; vermied die Rheinebene und berührte das heutige Appenzell nicht. Nun finden wir die beiden Treibhunde zu Ende des 19.Jahrhunderts ausgerechnet in Gegenden, die weitab des römischen Verkehrs lagen, die zudem recht spät und spärlich, wenn überhaupt, durch die Römer kolonisiert wurden; dagegen fehlen sie entlang der Hauptverkehrsader durch das Mittelland und den Jura vollständig.

Das mag zeigen, wie sehr diese Theorien in der Luft hängen, die ähnliche Rassen in verschiedenen Ländern mit den Handelswegen antiker Völker erklären wollen. Wenngleich die Behauptung, dass der Rottweiler eine wohlgelungene Verbindung von einheimischen Hirtenhunden und dem durch die Römer auf ihren Straßen mitgebrachten "Molosser" sein soll, nicht bewiesen werden kann, finden wir den Hund aber an und in der Nähe der römischen Handels- und Heerstraßen. Von der Grenzstadt "Rottweil" des römischen Imperiums bekam man Anschluss über die Straße durch das Kinzigtal an die Römerstraße, die dem Rhein folgte, der "strata montana", auf der die Eroberer nach Norden zogen sowie Handelsleute vom Süden zum Norden und umgekehrt. Über diese Straße, so sagt man, sind auch die Hunde aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden gekommen, deren vorzügliche Wesensanlagen für die Verwendung als Schutz- und Treibhund für die Zucht des Rottweilers verwendet wurden.

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