|
1. Stoffverteilung und –reihenfolge im Einzelnen
Ausbildung = die Nutzung der Naturanlagen für unsere Zwecke!
Schutzdienst = Kampf-, Einhol- und Stellleistungen des Gebrauchs- und
Diensthundes
Kein Ausbildungsgebiet ist so auf die notwendigen Naturanlagen angewiesen wie der Schutzdienst. Notwendige Anlagen lassen sich nicht
ersetzen oder durch Ausbildung herbeiführen. Sie müssen vorhanden sein, sonst sind verlässliche Leistungen in diesem Ausbildungsgebiet nicht möglich.
2. Ausbildungsvoraussetzungen Für den Schutzdienst sind folgende Anlagen Voraussetzung:
a) Kampftrieb(TSB)
Aus dem Kampftrieb entwickeln sich Angriffs-, Verteidigungsleistungen, Mut, Schneid, Schärfe und auch Selbstsicherheit .
Bereitschaft zur Verteidigung, zum Angriff, zum schneidigen und harten
Zufassen, nicht einschüchtern oder erschrecken lassen.
Konkret: Innerlich = Kampftrieb
Äußerlich = starkes Gebiss
Ein starkes Gebiss allein reicht aber nicht, wenn z. B. der Fluchttrieb stärker ist als der Kampftrieb.
b) Schnelligkeit
Reaktions- und Bewegungs- sowie Laufschnelligkeit sind für die Überfälle und Einholübungen erforderlich.
c) Wahrnehmungsfähigkeit
Die Wahrnehmungsfähigkeit wird während des Revierens unterdrückt.
Versteckte Personen oder Verstecke mehrerer Personen werden wahrgenommen durch:
- Körperwitterung, - Fährte, die zum Täter führt (wie bei der Hetzjagd), -
Akustische Wahrnehmung (gutes Ohr, wird oft unterschätzt), - Bei Dunkelheit optische Wahrnehmung beweglicher Objekte.
Bei Dunkelheit sieht der Hund besser als der Mensch, wenn eine
Bewegung erfolgt.
3. Die eigentliche Ausbildung
Je nach Alter des Hundes muss man die Naturanlagen (Triebhaftigkeit, Verteidigungs- und Angriffswillen) bei jeder Gelegenheit fordern.
Gegebenenfalls muss man schlummernde Anlagen wecken. Wenn Naturanlagen vorhanden sind, ist eine schnelle Steigerung möglich. Sind sie nicht vorhanden, sind Rückschritte feststellbar.
Man muß störende andere Interessen beachten und berücksichtigen, z. B. starker Geschlechtstrieb, starkes Hetz-, Jagd- und Beutetrieb (Wild).
Sie führen zum Überschnuppern und zu Ablenkungen, wenn sie stärker als der Kampftrieb sind.
Dieses ist sehr schwierig zu beheben, da es anlagebedingt ist.
Bei der Ausbildung ist stets der momentane Gesundheitszustand des Hundes zu beachten.
4. Kontinuität der Ausbildung Ausrüstung
Hilfsmittel für den Anfang sind Juteärmel, Lederärmel.
Außerdem Führerleine mit Oberstück (hetzen), starke Anlegekette mit breitem Lederhalsband und Federzug, Verbelleine, Stachelhalsband.
Ausbildungsbeginn
Verteidigungsleistungen An der Führleine beginnend, dann Hetzkette mit Führer, dann Hund ganz allein.
Angriffsleistungen Überfall auf den Führer (nicht auf den Hund),
angeleint, später frei, dann aus dem Rückentransport zum Führer. Übergang zu den
Einholleistungen Flucht aus dem kurzen und allmählich weiter
werdenden Rückentransport, dann auf größere Entfernungen, dann aus der Lauerstellung, zum Schluss nur kurz auftretender Scheintäter, der in Deckung läuft.
Stelleistungen durch Verbellen Und später zufassen (Mutprobe?)
Hier liegt die erste große Schwierigkeit des gut veranlagten Schutzhundes, deshalb auch hier die größte Bedeutung. Frühzeitig bei den Übungen des Einholens ans Verbellen gewöhnen, wenn der Täter steht,
sitzt oder liegt.
Hier sind harte Maßnahmen notwendig. Viel wichtiger ist das rechtzeitige Verbellen. Gutes Verbellen ist beste Voraussetzung für das
Auslassen ( hier schon Übergang zum Auslassen).
Auslassen Das zweite, besonders schwierige Ausbildungsgebiet im Schutzdienst ist das Auslassen. Hier sind oft harte Einwirkungen
notwendig und unerlässlich. Auch über eine Ruhephase möglich, Beginn an der Hetzkette mit Hilfsleine und Hilfsperson, erst später frei, aber auch angeleint zum Einwirken.
Wahrnehmungsleistungen (Stöbern und Verweisen) Gute Voraussetzung
ist gutes Voraussenden und Hereinkommen. Dann mit versteckten Scheintätern arbeiten, nicht immer freien Platz nehmen. Gedecktes Gelände erleichtert das Stöbern und Verweisen. Dann allmählich steigern!
Verweisen Aufbauen mit auftretendem Scheintäter, der sich in Windrichtung versteckt und dort bleibt, dann steigern. Besser als Stöbern!
5. Die wesentlichen Fehler
Bestimmte Scheintäter! Bestimmte Scheintäterkleidung! Bestimmtes Scheintäterverhalten! Gefahr des Vereinsplatzes (Heimtrieb)! Immer bei Tag ausbilden!
Gefahr der Gruppenausbildung (Hund ist stets aufgeregt und vorbereitet im Gegensatz zur Wirklichkeit)! Die zu frühe Steigerung der Leistungsanforderungen! Die Bedeutung des Scheintäters (Helfers) wird unterschätzt!
6. Wie kam der Hund zum Menschen? Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen (etwa 10.000 Jahre v. Chr.).
Erste Verwendungsart = Jagdhund (Meutejagd)
Dann = Wachhund, Schutzhund, Hütehund,
Kriegshund und Kampfhund
7. Ordnung in der Mensch-Hund-Meute
Der Mensch muss Leithund sein und die Rangordnung muss entsprechend geregelt werden durch Unterordnung.
Hier ist entsprechende Konsequenz nötig. Unterordnung ist die
wichtigste Voraussetzung für jeden Umgang und vor allem für die Ausbildung mit dem Hund!
Das Verhältnis zwischen Mensch (Ausbilder) und Hund (Lernender) ist Grundlage der Ausbildung!
- Was mir angenehm ist, mache ich dem Hund angenehm; was mir unangenehm ist, mache ich dem Hund unangenehm! Wie macht man das richtig?
- Der Hund verbindet jede Einwirkung mit dem Augenblick und der Umgebung! Zeitpunkt der Einwirkung ist also im richtigen Augenblick, an
verschiedenen Orten und bei verschiedenen Gelegenheiten! Zeitraum: Wollen – Tun – Getan Beste Zeit: Wollen Es geht noch: Tun Es geht nicht: Nach dem Tun oder vor dem Wollen
- Nicht die Vielzahl, sondern nur das rechte Maß, die richtige Härte und der richtige Zeitpunkt bestimmen den Erfolg! o Wollen oder Tun, hart oder weicher, nicht oder oft! o Einmal richtig ist besser als 10 mal halb! (Kein „Wurschteln“!)
8. Erfolg der gewünschten Einwirkung
Wenn der Hund sie vorher nicht kommen sieht oder sonst wie wahrnimmt. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel mit entsprechendem Nachdruck,
plötzlich, unerwartet!! Erinnerung wird gefördert, je nachhaltiger die Einwirkung!
Sofortige Triebbestätigung bei gewünschtem Verhalten.
Mangelhafte Anlagen lassen sich durch Ausbildung nicht beheben. Vorhandene Anlagen müssen aber gefördert und gepflegt werden. Was der Hund
nicht lernt, kann er nicht; was nicht geübt wird, behält er nicht! Die Anlagen des Hundes und die Fähigkeiten des Ausbilders bestimmen den Ausbildungsstand des Hundes!
Nicht jeder Mensch ist für die Ausbildung von Hunden geeignet! Voraussetzungen: Selbst erzogen sein, Duldsamkeit, Langmut und
Tierliebe, dabei ist aber auch die Härte erforderlich. Erkennen und Beurteilen von hundlichen Verhaltensweisen, körperliche Gewandtheit und Belastbarkeit, Ausdauer und Zähigkeit führen zum Ziel hin.
Lob und Tadel muss man richtig und im richtigen Ton in den Einwirkungen anbringen können! Wenn gearbeitet wird, kurz aber konsequent!
Wenn Pause gemacht wird, dann sollte man den Hund auch Hund sein lassen und auch mit ihm tollen und spielen.
Kampftrieb: (aus dem sich Angriffs-, Verteidigungsleistungen, Mut,
Schneid, Schärfe und Selbstsicherheit entwickeln)
Schwach – stark?
Hieb- und stockfeste Hunde gibt es nicht! Sie zeigen jedoch keine
Schmerzreaktion in dieser Situation, aber manchmal eben doch! Begründung – Panzer Helfer offen stehen – Führerkontrolle
9. Merkblatt
Meideverhalten (Fluchttrieb) dazu gehören alle Verhaltungsweisen, die - eine Flucht - ein Aus – dem – Wege – gehen aufweisen. Im weitesten Sinne gehören auch Unterwerfungs- und Unterlegenheitsgesten
gegenüber einem stärkeren Artgenossen oder Feind dazu. Fluchtreaktion ist die Neigung eines Hundes zu fliehen, wenn sich ein Mensch auf eine bestimmte Entfernung annähert.
Fluchtdistanz
ist die Entfernung vom Menschen zum Tier, bei der die Fluchtneigung einsetzt. Die Fluchtdistanz variiert bei den einzelnen Tieren, sie ist jedoch genau messbar.
Wehrdistanz ist
die Entfernung des fliehenden Tieres zum Verfolger, bei der es sich zum Abwehrkampf stellt. Gegenüber dem Menschen zeigt der Hund eine wesentlich geringere Fluchtdistanz als ein sonstiges Wildtier.
Wesensbeurteilungen müssen mehrfach unter verschiedenen Umweltbedingungen durchgeführt werden, um ein einigermaßen umfassendes Bild
von einem Hund zu bekommen.
Der gesamte Bewegungsablauf des Helfers soll nicht zu hastig (nervös) und unkontrolliert sein. Das individuelle Verhalten muß erhalten
bleiben. Dabei sind jedoch die vom ADRK beschlossenen Richtlinien als Leitlinie zu beachten.
Es muss auch weiterhin Aufgabe des ADRK sein, über die Landesgruppen, den LR,
die ADRK- Helferrichtlinien zu vermitteln, damit diese beachtet werden.
Fördern - Beutetrieb - Grifftechnik - Angriffstechnik -
Verfolgungsdrang - Innere Sicherheit/Unerschrockenheit - Kampftrieb - Wehrtrieb - Misstrauen - Schutztrieb -
Führigkeit (Arbeitsfreude, Ausdauer) - Knallgleichgültigkeit (Schuss) - Wahrnehmungsleistungen
Hemmen - Jagdtrieb - Ärmelwütigkeit - Stockscheuheit/Handscheuheit -
Überaggressivität (Überschärfe) - Zu stark ausgeprägter Geltungstrieb - Rauflust gegenüber anderen Hunden - Knallaggressivität - Überstark ausgeprägter Kampftrieb,
der sich im „Nicht Auslassen“ beim Einstellen der Kampfhandlung zeigt - Futterannahme von fremden Personen - Häufiges Herumschnüffeln - Häufiges Harnen
10. Schutzdienst der Gebrauchshunde
|

|
|
Klick hier für ein großes Bild  |
|
|