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Aufbau Fährtenarbeit
Allgemeines:
Die Nase ist das Hauptsinnesorgan unserer Hunde. Über diese Feststellung ist die Fachwelt sich ausnahmsweise vollkommen einig.
Weniger Einigkeit besteht schon über die Reihenfolge, in die wir den Hund innerhalb der großen Gruppe der „Nasentiere“ einzustufen haben.
Führern von Gebrauchshunden genügt es zu wissen, mit dem Hund seit unvorstellbaren Zeiten ein mit einem hohen Intelligenzgrad
ausgestattetes Wesen zu besitzen, das dank seiner hochentwickelten Nase in der Lage ist, Probleme zu lösen, die wir als „Augen-Wesen“ nicht mehr meistern können.
Aus dem Zusammenwirken menschlichen Sehvermögens einerseits und der Nasenleistung von Hunden andererseits hat sich ein beglückendes
Zusammenspiel und eine gegenseitige Ergänzung zwischen Mensch und Hund ergeben, wie sie sonst mit keiner anderen Tierart besteht.
Merke: Die Nasenarbeit ist ein Gebiet, auf dem fast jeder Hund zu einem individuellen Spezialisten ausgebildet werden kann –
vorausgesetzt, er besitzt keine gravierenden Wesensmängel.
1. Voraussetzungen für eine Suche
Die Voraussetzung für eine Suche ist eine Fährte. Man unterscheidet hier die Fährte von der Spur.
Die Spur ist eine Zerstörung der Erde, die das menschliche Auge noch wahrnehmen kann, wie z. B. Traktorspuren auf einer Wiese.
Die Fährte kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden.
Nur die empfindliche Hundenase kann eine Fährte ausarbeiten. Die Fährte entsteht durch Menschen, Tiere, Fahrzeuge und dergleichen.
Durch gehen, laufen oder fahren wird die Erdoberfläche zerstört. Das Entstehen einer Fährte und deren Haltbarkeit hängen
entscheidend von den Witterungsbedingungen und Bodenverhältnissen ab, die vom Legen bis zum Suchen einer Fährte herrschen.
Es gibt einen Unterschied zwischen verletztem Boden und nicht zerstörtem Boden (Fäulnis-Bakterienbindung).
2. Wichtige Lernwege
Die drei am meisten benutzten Lernwege werden in den folgenden Kapiteln beschrieben.
3. Fährten über den Meutetrieb
Der Aufbau verläuft wie folgt: Wir geben unseren angeleinten Hund einem anderen Hundeführer. Dann gehen wir auf einer
deutlichen Spur unter ständigem Rufen des Hundes geradeaus. Haben wir etwa die Hälfte der von uns anvisierten Strecke zurückgelegt, geht der Hundeführer mit unserem Hund in ein Versteck.
Am Fährtenende angelangt, rufen wir nochmals den Hund und verstecken uns. Der Hundeführer geht jetzt mit unserem Hund zum Abgang und ermuntert ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum Suchen. Hat
der Hund uns gefunden, wird er ausgiebig begrüßt und gelobt. Anschließend toben und spielen wir mit ihm . Durch diese Art der Ausbildung erreichen wir im Hinblick auf das Lernziel folgende
Punkte:
Vorteil: 1. Der Aufbau kann allgemein mit relativ jungen Hunden schon begonnen werden. 2. Der Hund
gewöhnt sich sofort an die Bodenzerstörung durch den Hundeführer.
Nachteil: 1. Es muß ein starkes Verhältnis zwischen Hund und Hundeführer bestehen.
2. Das Anlernen kann nur durch eine zweite Person erfolgen. 3. Der Wert des Aufbaus ist abhängig von der Zeit, vom Interesse, vom Wissen und von der Erfahrung der Hilfsperson.
4. Fährten über den Beutetrieb
Die zweite Möglichkeit im Fährtenaufbau basiert auf dem Beutetrieb des Hundes. Für das Suchen wird der Beutetrieb in der
Regel wie folgt eingesetzt: Wir machen den Hund auf seine Lieblingsbeute wie Ball, Hölzchen oder Lappen richtig wild. Dann binden wir den Hund an und treten in Sicht des Hundes den Abgang
und eine kurze gerade Fährte. Dabei machen wir den Hund immer auf die Beute aufmerksam. Am Schluss der Fährte legen wir die Beute ab. Ohne großen Zeitverlust setzen wir den Hund am Abgang an
und ermuntern ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum Suchen. Setzt er seine Nase ein, wird er gelobt. Durch diese Art der Ausbildung erreichen wir im Hinblick auf das Lernziel folgende Punkte:
Vorteil: 1. Das Anlernen kann ohne fremde Hilfe erfolgen. 2. Der Hundeführer kann das Lern- und
Suchverhalten seines Hundes direkt beeinflussen.
Nachteil: 1. Der Hund neigt durch das vorherige „Hochjubeln“ sehr stark zum Stöbern. 2. Der Hund muss
später daran gewöhnt werden, mehr den vegetativen Duftstoffen zu folgen und sich nicht von den Fußspuren zu entfernen.
5. Fährten über den Jagdtrieb
Die letzte und natürlichste Art, dem Hund das Suchen zu lehren, besteht in der Ausnutzung des Jagdtriebs. Als primäres
Element des Selbsterhaltungstriebes ist der Sättigungsdrang von Anfang an beim Hund aktiv und regelt die Stärke des Geruchssinnes. Dies bedeutet: Je mehr ein Hund nach Nahrung verlangt,
desto größer und ausgeprägter ist sein Geruchssinn. Für die Fährtenarbeit wird diese treibende Kraft des Geruchssinnes wie folgt genutzt: Wir lassen den Hund 12 bis 36 Stunden lang
hungern. Dann treten wir eine kurze, gerade Fleischschleppe in Windrichtung. Das Futter legen wir am Ende ab und gehen auf der Fährte wieder zurück. Wir setzen den Hund am Abgang an und
muntern ihn durch Hör- und Sichtzeichen zum Suchen auf. Fährtet der Hund mit tiefer Nase, wird er gelobt und erhält am Ende sein Futter.
Untersuchen wir dieses dritte Verfahren im Hinblick auf das Lernziel, so können wir folgendes feststellen:
Vorteil: 1. Der Sättigungsdrang ist bei jedem Hund vorhanden und von Anfang an aktiv und steigerungsfähig.
2. Das Anlernen ist ohne fremde Hilfe möglich und kann vom Hundeführer direkt gesteuert werden. 3. Der Hund weicht kaum von der Fährtenspur ab, weil der Fleischgeruch stärker ist als der
Eigengeruch des Fährtenlegers.
Nachteil: Die Fleischschleppe darf nicht zu lange verwendet werden und ist rechtzeitig über eine Tupfschleppe
in eine rein pflanzliche Duftspur umzuwandeln.
6. Die Fährtenarbeit
Der erfolgreiche Aufbau eines leistungsstarken Fährtenhundes wird im Wesentlichen von zwei Komponenten bestimmt:
1. Das Wissen, die Weitsicht und die Exaktheit des Hundeführers und des Fährtenlegers. 2. Die zeitlichen,
arbeitsmäßigen und individuell richtigen Einwirkungen vom Hundeführer
7. Das Legen der Fährte
Bevor eine Fährte gelegt wird, muss sich der Hundeführer
vergewissern, ob die Witterungsverhältnisse, die Bodenbedingungen und die Geländestrukturen für den jeweiligen Ausbildungsstand des Hundes angemessen sind.
Die Fährten sollten anfangs in ein Gelände mit günstigen Bodenverhältnissen und ruhiger Umgebung gelegt werden. Der Hundeführer sollte seine Fährte in der Nähe von markanten
Geländepunkten legen. Der Fährtenverlauf sollte mit der genauen Lage der Winkel und der Gegenstände auf einem Zettel festgehalten werden,
damit während der Suche beim Hundeführer keine Unsicherheiten über den Fährtenverlauf auftreten und er den Hund richtig lobt oder tadelt.
8. Riecht das denn?
Versuch: In den Boden treten und riechen! Gras abreißen, teilen, einen Teil zerreiben und riechen!
Das ist fährtenleitend!!!
Alle Geruchsquellen zusammen ergeben den spezifischen Fährtenmischgeruch. Wir haben nun alle Geruchsquellen schon
ermittelt, und zwar: 1. Bodenerletzung (lebender Boden) 2. Pflanzenverletzung (wenn vorhanden) 3. Abrieb der Schuhpflegemittel (je nach Vorhandensein)
4. Abnutzung des Schuhzeugs selbst (Leder, Gummi) 5. Fußgeruch (je nach Schuhzeug und Vorhandensein)
1. und 2. allein reichen aus, um die Fährte auszuarbeiten; 3. bis 5.
reichen nicht aus.
Alle Geruchsquellen vermischen sich und ergeben den Fährtengeruch
(Fährtenmischgeruch), der fährtenleitend ist. Hauptanteil ist dabei die Bodenverletzung.
a) Most´sches Fährtenkreuz
a) Fährtenrad (Rhönrad) mit sterilisierten Porzellanfüßen - Ja –
b) Schwebesitz - Nein –
Wichtig: Keine Unterscheidung von Fremd- und Eigenfährten! Kann der Hund dann überhaupt noch Fährten unterscheiden?
Ja, aufgrund des Altersunterschiedes. Je älter die Fährte, je schwächer riecht sie! Ungünstig: Starker Platzregen, Hitze, Frost, Trockenheit, starker Wind.
Günstig: Feuchtigkeit, leichter Nieselregen schadet nicht, Windstille oder wenig Wind, normale Temperaturen.
9. Die Ausbildungsstadien
Die Windrichtung beeinflusst die Ablagerung von Abschillerungen entlang der Spur.
Ablagerung von Schuppen entlang einer Spur
Fährtenfest: folgt Menschenfährte, lehnt Wildfährte ab, wechselt über
Fährtensicher: wir fährtenfest, wechselt aber auf ältere und jüngere nicht über
Fährtenrein: soll auf der Ansatzfährte verharren, auch wenn kreuzende Fährte gleichartig und gleich alt (gibt es nicht!)
Übergang zum fährtensicheren Hund schildern.
Verleitung ganz frisch
Grundsätze 1. Beste Fährte = Eigenfährte 2. Gegenstände wechseln, wenn Hund aufnimmt!
3. Unerwünschte Verknüpfungen durch ehrliche Arbeit verhüten! 4. Sich nicht selbst betrügen!
Zusammenfassung
Führer- oder Fremdfährte
Zum Einarbeiten und einwirken Zur Kontrolle und zum Sicherwerden
- Wie kommt es zu den meisten unerwünschten Verknüpfungen? - Ansatz (Bücken = „Such!“, Pause machen) -
Im Verlauf (durch Bremsen auf Schwierigkeiten hinweisen!) - Geländeauswahl (an optischen Linien entlang legen) -
Zu vorzeitiges Loben (Ausnahme für Zeitpunkt der Einwirkung „So ist brav!“erläutern und begründen) - Nie monotones Hörzeichen geben, Einwirkungen stets dem Verhalten
des Hundes anpassen! - Schwergewicht liegt beim Ton, der die Musik macht! - Vorsicht mit „Pfui“ und „Hier“!
Böttger´sche Anschirrung? Fährte bei jungen Hunden nicht zu lang – 40 m -
10. Hinweise zur Fährtenausbildung
Keine Schleppe legen, da der intensive Futtergeruch später aus dem Mischgeruch entfällt, Futter nur als Lob!
- Gelände – Acker, Wiese, Wald – wechseln! - Winkel-Anordnung und Schenkellänge ständig ändern.
- Zahl und Art der Gegenstände wechseln. - Abgänge nicht zu groß anlegen und nicht anders als die Fährte selbst abtreten.
Auch in der Ausbildungsphase keinen Flurschaden anrichten, der Hund soll suchen lernen. Der schwache Geruch ist auch für den nicht
ausgebildeten Hund feststellbar.
Der Hund muß bewusst lernen, Gegenstände, die nicht mit menschlichem Geruch behaftet sind, zu unterscheiden und liegen zu lassen.
Die Nase des Hundes lässt sich durch die Ausbildung nicht verbessern, nur die Motivation wird erhöht.
Beste Vorbereitung ist das Konflikt-Training: üben mit witterungsneutralen Gegenständen auf der Fährte!Verleitungen
rechtwinklig zur Fährte sind einfach, Verleitungen im Winkel sind schwer!
Ein Hund muss konsequent ausgebildet werden.
Die Hundenase ist zu selektivem (auswählend, trennscharf) Riechvermögen fähig.
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Aufbau Fährtenarbeit
Die Fährte
Eine Fährte entsteht durch Tritte von Menschen oder Tieren.
Beim Durchgehen des Geländes ändert sich der Untergrund, indem der Fährtenleger den Boden durch sein Gewicht aufwühlt und zudem von
ihm abfallende kleinste Teilchen hinterlässt.
Auf geeignetem Untergrund, z. B. Schnee, können wir eine Fährte mit den Augen verfolgen.
Der Hund bedient sich vor allem seines Geruchssinnes.
Den Geruch durch das Zerstören beim Begehen nennen wir Grundwitterung, die vom Fährtenleger abfallenden Teilchen den Individualgeruch (Most).
Durch diese beiden Gerüche entstehen nun chemische und bakterielle
Reaktionen, welche die Duftintensität im Laufe der Zeit verändern.
Günstige Witterung (Feuchtigkeit) kann den Geruch nach gewisser Zeit intensivieren.
Im Übrigen schwächt sich der Geruch nach gewisser Zeit ab und gleicht sich der Umgebungswitterung wieder an.
Die Duftbestandteile einer Fährte sind vielfältig und entwickeln sich nach bestimmten Gesetzen.
Das Suchverhalten des Hundes
Die freilebenden Caniden wenden ihre Spürfähigkeit an, um ihre Beute
zu verfolgen (Jagd-,Beutetrieb), andersgeschlechtlichen Artgenossen nachzuspüren (Fortpflanzungstrieb) oder zur Meute zurückzufinden (Meutetrieb).
Es ist für sie wichtig, dass das Ziel erreicht wird.
Sie werden die Fährte verfolgen, es spielt keine Rolle, wenn sie ein paar Mal kurz die Fährte verlassen.
Erhalten sie von dem Objekt, welches sie suchen Geruch, werden sie
direkt, ohne auf dem Boden zu suchen, versuchen, dieses zu erreichen. Alles andere wäre verlorene Zeit und schlechtere Erfolgsaussichten.
Wir können hier drei verschiedene Suchverhalten unterscheiden:
- exaktes, genau dem Suchverlauf nachgehendes Fährten, - ungefähres Nachspüren der Fährte,
- schlussendlich Stöberverhalten.
Ziel der Fährtenausbildung
Mit unserer Ausbildung wollen wir erreichen, dass der Hund eine einmal aufgenommene Fährte ruhig verfolgt und die Gegenstände
aufnimmt oder verweist.
Wir wollen vermeiden, dass er bei Fährtenkreuzungen die ursprünglich
aufgenommene verlässt und auf die Verleitungsfährte überwechselt.
Hunde, welche gleichzeitig gekreuzte Fährten ohne Abweichung ausarbeiten, nennt man fährtenrein.
Dieses Ziel ist sehr schwierig zu erreichen und es kommt in der Praxis ganz selten vor, also streben wir die Fährtensicherheit an.
Hier darf sich der Hund, durch zeitlich verschobene Verleitungsfährten nicht ablenken lassen.
Wechselt der Hund bei der Suche die Fährte, heißt noch lange nicht, dass er sie nicht suchen kann.
In solchem Verhalten dürfen wir ihn nicht bestärken.
Z. B.: Eine Fährte wird von einer Wildfährte oder einer intensiveren
zweiten Fährten gekreuzt. Wenn der Hund diese verfolgt, dürfen wir ihn nicht loben!
Aufbaumöglichkeiten
Das Fährten an sich müssen wir dem Hund nicht lernen; dies bringt er von Geburt an mit.
Was wir jedoch anstreben müssen ist, auf unser Kommando im von uns bestimmten Moment genau diejenige Fährte zu verfolgen, welche
wir ausarbeiten wollen.
Grundsätzliche Aufbaumöglichkeiten
Neugierde: mit anschließender Bestätigung
Meutetrieb: mittels der Führersuche:
Nachteile sind, der Hund lernt zu stöbern und zu galoppieren, er muss
später zum ruhigen und konzentrierten Suchen gezwungen werden – ist als Aufbaumethode nicht zu empfehlen. Beutetrieb: Dabei wird der angebundene Hund mit einem Beuteobjekt
gereizt, worauf der Führer eine kurze gerade Fährte legt und an deren Ende das Beuteobjekt legt. Der Hund wird sofort nach dem Legen an
den Ansatz geführt, wenn er zur Beute strebt, wird er nur gelobt, wenn er seine Nase gebraucht.
Jagdtrieb: Fleischschleppe und Tupffährte
Die Fährte wird mit einem nachgezogenen (Schleppe) oder getupften
(Tupffährte) Stück Fleisch gelegt. Der Hund wird hier sehr leicht angesprochen und anfangs auch bestätigt werden, es stellen sich
schnell Erfolge ein, solange noch irgendwo Fleischgeruch auf der Fährte ist. Deshalb hat diese Methode viele Anhänger gefunden. Vor allem bei den professionellen Ausbildern.
Die Verzweiflung kommt erst dann, wenn auf reine Eigen- oder Fremdfährten übergewechselt werden muss. Wo diese Aufbauart ihren größten Nachteil oft spät, aber um so drastischer präsentierte.
Man sollte sie nur in Einzelfällen anwenden.
Suche aus Neugierde
Ob der Hund zwölf Wochen oder älter ist, spielt bei der
Fährtenausbildung keine Rolle. Je älter, um so mehr Eigenwillen hat er und es muss unterordnungsmäßig eingewirkt werden.
Ideal ist das Alter ab vier Monaten und zwischen Führer und Hund muss ein Vertrauensverhältnis bestehen.
Die erste Fährte legen wir zu der Tageszeit, bei der der Hund sein Futter erwartet.
- Wir binden den Hund fest. - Dem Hund den Futternapf nicht zeigen. - Fährte von ca. zwanzig Schritten legen und den Futternapf verdeckt
hinstellen. - Darauf achten, dass der Wind im Rücken ist. - Sofort zum Hund und an der höchstens 2 Meter langen Leine den Hund zum Ansatz bringen.
- Wir lassen das Hörzeichen „Such“ mit freundlicher Stimme erklingen und folgen dem Hund. - Will er abweichen, blocken wir ihn ab, bis er die Fährte richtig weiter verfolgt.
- Je nach Alter und Temperament des Hundes werden wir an dem Napf ankommen, wo er etwas überrascht sein wird, dass er fressen darf. -
Wir lassen ihn in Ruhe fressen, loben ihn und ziehen ihm das Fährtengeschirr aus.
Nach zwei Tagen wiederholen wir diesen Vorgang genauso, und zwar
so lange, bis der Hund beim Fährtenabgang zielstrebig, aber ruhig zu fährten beginnt.
Dann hat der Futternapf schon ausgedient und wir werden auf eine neue Bestätigung überwechseln.
Bei diesen ersten Versuchen sind folgende Punkte zu beachten:
- Das Hörzeichen „Such“ darf erst gegeben werden, wenn der Hund mit
tiefer Nase genau auf der Fährte Suchverhalten zeigt, da sonst eine falsche Verknüpfung zustande kommt. - Der Hund weiß ja noch nicht, was dieses Wort bedeutet. -
Jedes Ausbrechen und jeder Versuch, mit hoher Nase vorwärts zu stürmen, wird mit Ruhe verhindert, indem wir den Hund einfach an der Leine zurückhalten. -
Es geht nur vorwärts, wenn er mit tiefer Nase sucht.
Gelingt es uns, diesen Primäraufbau gut durchzuführen, lernt der Hund folgendes:
Das Hörzeichen „Such“ bedeutet das exakte Verfolgen
- der Trittspur in ruhigem Tempo. - Am Ende der korrekt ausgearbeiteten kurzen Fährte wartet eine Belohnung.
- Abweichungen, Faseln oder Stürmen führen nicht ans Ziel.
Diese Schlussfolgerungen sollten vereinfacht zeigen, welche Verknüpfungsziele wir mit der ersten grundlegenden
Fährtenausbildung erreichen sollten.
Fährten mit Gegenständen
Je nach individueller Eignung und Alter sind die Primärziele im Fährten
nach wenigen Tagen oder Wochen erreicht und wir müssen die Futterschüssel am Ende der Fährte weglassen, wenn wir ein Vorwärtsstürmen des Hundes vermeiden wollen.
Sobald der Hund begriffen hat, worum es geht, kommt ans Ende der
Fährte ein kleiner Beutel, in welchem sich ein kleines Stückchen Wurst befindet.
Die Fährte legen wir noch in Anwesenheit des Hundes.
Am Ende der Fährte verlangen wir von ihm, dass er sich beim Beutel hinlegt, diesen beschnuppert.
Genau in diesem Moment, wenn er sich hinlegt, öffnen wir den Beutel und geben ihm das Stück Wurst.
Der Hund lernt, dass er sich am Ende der Fährte hinzulegen hat und nun Futter bekommt.
Dies ist auch gleich die Vorübung für das Verweisen.
Sobald der Hund einigermaßen ruhig und konzentriert sucht, verlängern wir die Fährte und die Wartezeit, wir beginnen auch leichte
Bögen zu machen.
In diesem Stadium, das nach zehn Fährten erreicht sein sollte, werden die Fährten in Abwesenheit des Hundes gelegt.
Etwa zwei bis drei Fährten in der Woche sollte man legen.
Systematisch bauen wir nun verschiedene Geländearten ein und legen bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen.
Einüben des Winkels bei der Fährtenausbildung
Nach der Geraden folgt ein Bogen, ein rechter und schließlich ein spitzer Winkel.
Die Richtungsänderungen sind abwechslungsweise nach beiden Seiten zu legen, damit der Hund nicht einseitig geprägt wird.
Die Fährtenleine wird beim Üben meist kurz gehalten.
Eigen- und Fremdfährten
Die Anforderungen sind nun dem zunehmenden Alter des Hundes
anzupassen. Die Länge der Fährte, mehrere Winkel und Schenkel sind schrittweise und angepasst zu erhöhen.
Es werden nach Alter und Ausbildungsstand des Hundes mehrere Gegenstände gelegt, welche zu verweisen sind.
Das ganze Training besteht aus Eigenfährten, denn wir wollen ja wissen, wo die Fährte lang geht.
Hat der Hund Routine im Ausarbeiten der Eigenfährte, wird er ohne weiteres auch Fremdfährten annehmen.
Dazu braucht er keine besondere Ausbildung.
Entschließen wir uns vor der Prüfung eine Fremdfährte auszuarbeiten, bitten wir einen erfahrenen Hundeführer darum.
Dieser muss beim Ausarbeiten der Fährte dabei sein und allenfalls korrigierend weiterhelfen.
Deshalb: Entweder ist der Fährtenleger auch beim Ausarbeiten dabei
oder wir verzichten auf eine Fremdfährte zugunsten der Eigenfährte.
Vom Hund verlangen wir ein ruhiges Ausarbeiten der Fährte.
Viele Hunde neigen dazu, schnell zu suchen und dadurch die Winkel zu überschießen und zu stöbern.
Je mehr der Hundeführer den Hund zurückhält, um so stärker erfolgt
der Zug des Hundes, da wir ihn an seiner Triebbefriedigung hindern.
Um ein ruhiges und langsames Tempo zu erhalten, müssen wir daher
an der Fährtenleine angepasst ruckweise zupfen, wobei dazu die Leine nicht am Suchgeschirr, sondern am Halsband festzumachen ist.
Fährtet der Hund darauf bedächtig und konzentriert, erfolgt sogleich ein beruhigend ausgesprochenes Lob.
Diese Hilfen sind so anzuwenden, dass der suchende Hund nicht in Nervenstress gerät, was an den Führer hohe Anforderungen stellt.
Deshalb sollte man als Führer bei solchen Arbeiten immer in möglichst guter und gelassener Gemütsverfassung sein.
Erschwernisse und Verleitungen
Ist die Ausbildung bis dahin gut vorangegangen, beginnen wir, unserer
Phantasie freien Lauf zu lassen, Erschwernisse einzubauen.
Dabei überqueren wir Wege, duchgehen Feld und Wald, machen stumpfe, rechte und spitze Winkel und was uns sonst noch in den Sinn
kommt.
Hierbei müssen wir uns den Verlauf der Fährte genauestens einprägen.
Wir legen durch Wildfährten und lassen uns Verleitungsfährten durchlegen mit Zeitdifferenz von vorerst einer halben Stunde.
Ebenso gewöhnen wir den Hund an Störungen jeder Art wie Zuschauer
, Vieh, Straßenverkehr etc., indem wir den Fährtenverlauf immer näher an solche Störfaktoren legen.
Je nachdem für was für eine Prüfungsstufe wir trainieren, lassen wir die Fährte älter und länger werden.
Beim Üben ist es wichtig, die Anforderungen höher zu stellen und praxisnahe Erschwernisse einzubauen.
Aufnehmen oder Verweisen
Nach der Prüfungsordnung ist es dem Hundeführer freigestellt, ob er seinen Hund verweisen oder aufnehmen lassen möchte.
Einige negative und positive Punkte hierzu:
Apportieren
- Es muss bei der Schutzhundausbildung ohnehin als Disziplin geübt werden. -
Aufnehmen natürliche Neigung des Hundes. - Es muss außerhalb der Fährtenarbeit geübt werden und kann erst später korrekt verlangt werden. -
Es unterbricht das Fährten stärker als das Verweisen.
Verweisen
- Kann eher verlangt werden. - Wenn es richtig sitzt, ist die Gefahr von Ausführungsfehlern kleiner. -
Wenn der Hund gerne aufnimmt, kann er in eine Konfliktsituation kommen.
Das Ziel des Hundeführers und die Veranlagung des Hundes sollten
deshalb die Grundlagen für den Entscheid zum Aufnehmen oder Verweisen bilden.
- Korrektes Apportieren sollte man vor 15 Monaten nicht verlangen. -
Das Verweisen kann im Sitzen, Liegen oder Stehen erfolgen.
Hat der Hund den Gegenstand erreicht, muss er in einer dieser Formen
diesen verweisen, bis der Hundeführer zu ihm kommt, aufhebt und den Hund zum Fährten weiter schickt.
Aufbau des Verweisens
Das Verweisen der Gegenstände kann schon mit jungen Hunden durch hinlegen gelernt werden.
Für das Anlernen des Verweisens besorgen wir uns einen geeigneten
kleinen Beutel aus Leder oder Stoff, der sich gut verschließen, aber rasch öffnen lässt (Geldbeutel).
Bei dem Finden des Geldbeutels wird der Hund versuchen, diesen zu öffnen, was ihm nicht gelingen darf.
Der Hund wird zum Hinlegen aufgefordert. Wenn er dies ausgeführt hat, bekommt er sofort das Leckerchen aus dem Geldbeutel.
Wenn wir dies des öfteren wiederholen, so wird er verknüpfen: Wenn ich mich am Gegenstand hinlege, bekomme ich Futter.
Schon haben wir unser Ziel „sich hinlegen am Gegenstand“ erreicht.
Mit zunehmenden Alter und fortgeschrittener Ausbildung dehnen wir
die Wartezeit nach dem Fressen in der Liegestellung aus; wichtig ist, dass sich der Hund erst auf unser Kommando hin aus dieser Stellung löst.
Er muss auch hier lernen, dass wir als ranghöhere Führer die Aktionen einleiten und nicht er.
Nachdem der Hund den Geldbeutel selbständig und korrekt – natürlich
schon lange ohne unsere Hilfe durch Kommando und Händedruck etc. – verweist, beginnen wir vorerst, den Beutel ohne Wurst hinzulegen und ihn mit der Wurst aus unserer Hosentasche zu bestätigen.
Dann werden andere Fährtengegenstände ohne Futter eingebaut.
Wenn der Hund die ersten paar Male zu diesen Gegenständen kommt und nicht spontan abliegt, erhält er einen kräftigen Klaps auf den
Rücken und nach schnellem Hinlegen sofort ein Stück Wurst aus der Hosentasche.
Diese Kombination von Zwang und Trieb führt zu einem raschen und
konsequenten Verweisen und wird vom Hund, wenn korrekt angewendet, problemlos ertragen.
Legen der Fährte
Auch das Legen einer Fährte will gelernt sein:
Anfänger legen gerne zu schwierige Fährten oder setzen die Hilfen a,
falschen Ort, indem sie beispielsweise „im“ statt „vor“ und „nach dem Winkel“ das Duftfeld durch festere Schritte verstärken.
Der Fährtenleger sollte etwas vom Fährtenaufbau verstehen und die Prüfungsordnung kennen.
Eine sehr gute Methode, einen Neuling in dieses Gebiet einzuführen, besteht darin, ihn einem erfahrenen Hundeführer beim Legen der
Fährte im Abstand von zwei Metern genau hinterhergehen zu lassen.
Für das Ausarbeiten mit dem Hund bringt dieses doppelte Begehen kein Nachteil.
An Prüfungen ist für das Legen der Fährte, sofern keine PO-Vorschrift besteht, folgendes zu beachten:
1. Abgang fair, nicht zu nahe an Straßen oder Bäumen etc. legen.
2. Geht die Fährte einen Weg entlang, so halten wir einen Abstand von mindestens 20 Metern. 3. Die Gegenstände sind genau auf die Spur zu legen, jedoch nie näher
als 30 Meter vor oder hinter dem Winkel. 4. Bei einem Geländewechsel machen wir weder einen Winkel, noch legen wir dort einen Gegenstand.
5. Nach dem Ablegen des letzten Gegenstandes gehen wir noch mindestens 10 Meter geradeaus. 6. Die ganze Fährte ist im normalen Schritt, ohne irgendwelche Hilfen zu legen.
7. Die Anzahl der Winkel, Schenkel und Längen sind nach der PO zu legen.
Beim Training weichen wir jedoch, den Ausbildungsstand von Führer
und Hund berücksichtigend, von diesen Regeln ab und bauen Schwierigkeiten systematisch ein.
Korrekturmaßnahmen
Zeigt der Hund beim Fährten unerwünschte Verhaltensweisen, sind grundsätzlich vorerst die Ausbildungsmethode und das Verhalten des
Führers vor und während der Fährtenarbeit zu überprüfen.
Einige häufige Fehler und Möglichkeiten zur Verbesserung:
Der Hund übergeht die Winkel und zeigt Fährtenverhalten, obwohl keine Spur mehr vorhanden ist:
- Zu starker Druck des Führers und Angst beim Hund abbauen, die
Winkelarbeit von vorne aufbauen und bei korrekter Ausführung wirkungsvoll bestätigen. - Auf der Eigenfährte dem Hund nicht nachfolgen, sondern
zurückhalten, wenn er in die falsche Richtung gehen will. - Zusätzlich muss das Verhältnis zwischen Führer und Hund überprüft werden.
Der Hund fährtet unsauber, stöbert, faselt etc.:
- Die Ursachen sind oft vielseitig. - Es wird oft auf viel zu frischen Fährten geübt, so dass der Hund
bequem dem Individualgeruch mit hoher Nase folgen kann und zu Ziel kommt. - Fährte länger verwittern lassen, Schwierigkeitsgrad ändern,
Windrichtung beachten, Hörzeichen und Hilfen vom Hundeführer überprüfen.
Der Hund zeigt plötzlich kein Interesse mehr beim Fährten:
- Vielleicht haben wir den Hund bei Korrekturen zu heftig gehemmt und
nun löst er sich nicht und zeigt keinen Drang zum Fährten mehr. - Hier hilft es oft, nach dem Abgang und dann nochmals nach einigen
Metern je ein Stückchen Wurst auf die Fährte zu legen. - Sobald der Hund sich auf der Fährte bewegt, loben wir mit aufmunternder Stimme. -
Meist wird dem Hund auch zu wenig Zeit gelassen; der Führer kann es kaum erwarten, dass es vorwärts geht. - Vielfach genügt es zum Überwinden des Stockens auf der Fährte,
wenn wir einfach geduldig warten, bis der Hund wieder vorwärtsgeht und dann aber sofort mit viel Wärme loben!
Der Hund verfolgt Verleitungsfährten (Wild, Fremdfährte etc.) oder maust:
- Im Anfangstadium des Fährtenaufbaus lassen wir ihn nicht von der Fährte abgehen.
- Notorische und harte Hunde können später aber wie folgt korrigiert werden:
- Wir lassen den Hund ein kleines Stück abweichen, eilen zu ihm hin, packen ihn am Nacken und schütteln ihn angepasst.
- Dann setzen wir ihn wieder auf die Fährte und spornen ihn durch Ermunterung zum Weitersuchen an. - Auf keinem Fall darf der Hund mit Rucken und reißen an der
Fährtenleine (häufiger Fehler) korrigiert werden, weil sonst eine katastrophale Verknüpfung passieren kann.
Fleischschleppe und Tupffährte:
- Lässt sich der Hund über die Neugierde nicht zum Fährten bewegen,
kann man ein saftiges, warmes Stück Fleisch an einem Faden zwischen den Beinen hindurch hinter sich herziehen und dieses dann am Fährtenende platzieren. -
Wenn der Hund gutes Fährtenverhalten zeigt, beginnt man, das Fleisch alle ein bis zwei Meter auf die Fährte zu tupfen, um schließlich zur reinen Eigenfährte überzugehen. -
Diese Methode führt rasch zu Erfolg, aber auch zu eben solchen Rückschlägen bei der Umstellung zur Fährte ohne Fleischgeruch, weshalb sie nur für Ausnahmefälle empfehlenswert ist.
Gehorsam auf der Fährte
Jeder, der sich mit der Fährtenarbeit befasst, weiß, dass man dabei ohne Unterordnung nicht auskommt.
Allerdings müssen diese Einwirkungen angepasst erfolgen.
Je höher der Hund trieblich steht, desto stärker kann die Zwangseinwirkung sein (daher brauchen gewisse Ausbilder die
Fleischschleppe, damit deren Hunde die heftigen Einwirkungen verarbeiten können!)
Sicher muss der Hund lernen, dass die Fährtengeschwindigkeit von
uns als Führer bestimmt wird, dass er nicht von der Fährte abweichen, Kreise ziehen, mausen etc. darf, aber die entsprechenden
Unterordnungseinflüsse von uns dürfen jeweils nur so intensiv sein, dass der Hund das Interesse am Verfolgen der Fährte nicht verliert.
Das reine Zwangsfährten halte ich für ein Verbrechen gegenüber dem Hund.
Weil ich genau weiß, dass gewisse Hundeführer alles tun, um zum Erfolg zu kommen, verzichte ich darauf, diese brutale Methode hier zu
beschreiben.
Schuld daran, dass solches vorkommt, ist aber auch die heutige Bewertung der Fährtenarbeit an vielen Wettkämpfen und
Meisterschaften.
Der Trend geht dahin, dass der Hund gar nicht mehr eine schwierige Fährte auszuarbeiten hat, sondern einer oft schon mit dem Auge
sichtbaren einfachen Fährte möglichst superkorrekt folgen muss.
Es ist hier wieder vermehrt eine Prüfungsdisziplin zu fordern, welche sich das naturgemäße Verhalten der Caniden zum Vorbild nimmt.
Vielleicht ist das aber für das Niveau unserer Hundesport-Lobby zu hoch gegriffen.
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