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Rottweiler
“von der Burgbleiche”©

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Allgemeines

Inhaltsverzeichnis:

 

1.   Allgemeines

 

6.   Gehorsamsübungen

 

2.   Einleitung

 

7.   Schutzdienst

 

3.   Voraussetzungen für die Ausbildung eines Gebrauchshundes

 

8.   Welpen – bis Junghundalter

 

4.   Ausbildung

 

9.   Domestizierung zum Haushund

 

5.   Nasenarbeit (Fährten)

 

10. Nutzbare Eigenschaften des Hundes zum Wohle des Menschen

1. Allgemeines
Wenn der Mensch als höchststehendes Lebewesen sich als Beherrscher aller Kreaturen fühlt, sollte er sich bewusst sein, dass er damit eine große Verantwortung auf sich genommen hat. Sobald er sich entschlossen hat, sich ein anderes Lebewesen anzueignen, übernimmt er für dieses die volle Verantwortung, ganz gleichgültig, ob es sich um ein Pferd, eine Kuh oder einen Hund handelt. Alle Tiergattungen leben vom menschlichen Ermessen aus in voller Freiheit, solange der Mensch nichts anderes über ihr Schicksal bestimmt. Diese grundsätzliche Einstellung des Menschen zum Tier gilt auch für unsere Rottweiler. Trotz aller Angewöhnung unzähliger Generationen seiner Gattung an den Menschen, lebt in seinem Unterbewusstsein der Drang nach uneingeschränkter Freiheit weiter und wird sich nie verlieren. Das Bleiben bei einem bestimmten Menschen und an einem bestimmten Ort ist schon weitestgehend Anerziehung. Höchst selten kann sich ein Tier seinen Herrn selber aussuchen. Ob es sich in seinem weiteren Leben gegenüber den Menschen anständig benimmt, dafür können wir das Tier schon nicht mehr verantwortlich machen. Die volle Verantwortung hat der Mensch in dem Moment übernommen, als er sich das Tier aneignete!

Die Ausbildungswarte und Schutzdiensthelfer sollen dem Hundeführer helfen, diese Verantwortung zu erkennen, anzuerkennen und durch eine gezielte und fachlich fundierte Ausbildung und Erziehung des Hundes umzusetzen.

Kurzer geschichtlicher Überblick:

Um unseren Rottweiler und seine spezifischen Eigenschaften besser verstehen zu können, sollte man zumindest einen kleinen Einblick in seine Geschichte haben.

Der Rottweiler zählt zu den ältesten Hunderassen. Sein Ursprung geht bis in die Römerzeit zurück. Seine Vorfahren wurden dort als Hüte- und Treiberhunde gehalten. Die Hunde zogen mit den römischen Legionen über die Alpen, beschützen die Menschen und trieben das Vieh.

Im Raum Rottweil trafen diese Hunde mit einheimischen Hunden zusammen und es erfolgte eine Vermischung. Die Hauptaufgabe dieser Hunde wurde nun das Treiben und Bewachen von Großviehherden sowie die Verteidigung seines Herrn und dessen Eigentum. Nach der alten deutschen Reichsstadt Rottweil erhielt er seinen Namen: Rottweiler Metzgerhund!

Die Metzger züchteten diese Hundeart nur auf Leistung und für ihren Verwendungszweck. So entstand im Laufe der Zeit ein hervorragender Hüte- und Treiberhund, der auch als Zughund Verwendung fand.

Als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hunderassen für den Polizeidienst suchte, wurde auch der Rottweiler überprüft. Es zeigte sich schnell, dass der Hund für die Aufgaben im Polizeidienst hervorragend geeignet ist. Im Jahre 1910 wurde er deshalb als Polizeihund offiziell anerkannt.

2. Einleitung
Der Hundesport sollte das Ziel haben, dem Hundeführer und dem Hund gleichermaßen Freude zu bereiten und dadurch zu einer inneren Zufriedenheit zu führen!

Beobachten Sie doch selbst einmal, mit welch ernstem Gesicht und angespannter körperlicher Haltung die Mehrheit der Hundeführer im Hundesport nach der PO führen. So ernst und angespannt laufen dann auch bald die Hunde neben ihrem Führer her.

Das Ziel sollte sein, die Verständigung zwischen Hund und Hundeführer im Hundesport  artgerecht und leicht verständlich und somit ohne Stress für Hund und Führer zu gestalten.

Ausbildung von Hunden:

Wahrung der Tierrechte und Menschenrechte

Hund =  Laufraubtier
Aggressionspotential
Latente Gefahr für Menschen

Ziel: Intensive Auslebung der Triebe

Unterordnung und Kontrolle
Nebeneffekt
Ausnutzung für unsere Zwecke

Ausbildung niemals zum Schaden des Menschen unter Beachtung des Tierschutzgesetzes!

                               Tierrechte  ----------------  Menschenrechte

Leben, Wohlbefinden und artgemäße Lebensentfaltung

Grenzen: Rechte anderer Menschen und anderer Lebewesen dürfen nicht angetastet     werden !

 3. Voraussetzungen zur Ausbildung eines Gebrauchshundes

a) Beim Menschen

Verlangen und Neigung, sich mit Tieren, besonders mit dem Hund, zu   beschäftigen.

         Geduld und besonders Selbstbeherrschung

Veranlagung und Spaß zum Umgang mit dem Hund ( Beurteilung und Erkennen hundlicher Verhaltensweisen)

Haltungsmöglichkeiten (Zwinger, Auslauf, Futter, Kosten z. B. Tierarzt, Hundesteuern, Haftpflicht)

Familie, vor allem der Lebenspartner, muss am  Hundesport      teilnehmen   bzw. ihn tolerieren und unterstützen

Ausbildungsfleiß, ständige Selbstkontrolle und Weiterbildung

Zeitbereitstellung (Auslauf, Füttern, Pflegen, Warten, Ausbildungsplatz, Verein, Lektüre, evtl. Ausstellungen und Zucht)

b) Beim Hund

Jungtier oder erwachsener Hund?  - Probleme aufzeigen:

Jungtier: Spielerische aber gezielte Erziehung und Gewöhnung an alle besonderen Umweltreize ( andere Hunde, andere Tiere, Menschen, Verkehr und andere Dinge des täglichen Lebens)

Frühe Förderung der Anlagen des Hundes auf dem Hundeplatz der BG.

Erwachsener Hund: Rüde oder Hündin – z B. Verhalten bei Läufigkeit der Hündin etc.

Welche Anlagen sollte der Hund haben?

      1. Selbstsicherheit (scheu, schreckhaft)
      2. Mut
      3. Temperament
      (Arbeitsfreude und Belastbarkeit)
      4. Gesundheit
      5. Triebhaftigkeit für Ausbildungsgebiete
      a) Triebbereitschaft für den sportlichen    Schutzdienst
      b) Meutetrieb – Kontaktfreude, Anhänglichkeit, Unterordnung
      c) Jagd- und Spieltrieb – Fährtenarbeit, Rettungsarbeit etc.

4. Ausbildung
1. Verhältnis zwischen Mensch und Hund

Rangfolge in der Mensch-Hund-Meute (Herrchen/ Frauchen/Kinder/Hund – geht nicht immer: durchsetzen! – Problem der Fremdausbildung)

Hund = ältestes Haustier (etwa 10.000 v. Chr. ), Hund = Gesellschaftswesen, Ersatzmeute, Mensch-Hund-Meute – Jagdhund

2. Wie lernt der Hund?

Erfahrungsbildung, Most´scher Lehrsatz : Angenehm – unangenehm
Zeitpunkt der Einwirkungen
Härte der Einwirkungen
Unerwünschte Verknüpfungen und deren Verhütung
Lernen durch Motivation:
Positive Bestätigung bei gewünschtem Verhalten
     1. Lernen durch Erfolg und Misserfolg
     2. Lernen durch ständiges Wiederholen

5. Nasenarbeit (Fährten)
Interesse für Gegenstände (Scheinbeute)    Finden wollen – Zielstrebigkeit und Lust
Was ist fährtenleitend?                                      Die ersten Fährten – dann steigern.
Die ersten Verleitungen                                    Beste Fährte = Führerfährte
Gegenstände, Auswahl, Wechsel

6. Gehorsamsübungen
Grundausbildung – Leinenführigkeit, freies Folgen, Apportieren, Springen, Klettern, Ablegen, Sitz, Steh, Platz; Verkehrssicherheit, Knallgleichgültigkeit, Gleichgültigkeit gegen Lärm

7. Schutzdienst
Die sportliche Ausbildung des Hundes unter Beachtung des       Tierschutzgesetzes und Verordnungen unter Einbeziehung eines Scheintäters, siehe PO.

8. Alter je nach Veranlagung des Hundes, 3 – 12 Monate
Fehler und Versäumnisse in dieser Zeit sind nur schwer oder gar nicht wieder zu beheben.
Es sollte großen Wert auf den Aufbau eines guten Sozialverhältnisses zwischen Mensch und Hund gelegt werden.
Auf folgendes ist zu achten: z. B. Rangfolge, kein Futterneid und kein aggressives Verhalten aufkommen lassen etc..

9. Domestizierung zum Haushund
Nach dem heutigen Stand der Forschung ist der Hund das älteste Haustier der Menschen. So reichen die Beweise einer Hundehaltung – Knochen und Futterreste – weit vor unsere Zeitrechnung zurück. Schon die ältesten Bilddarstellungen des Menschen, wie Höhlenzeichnungen, Steinreliefs etc. zeigen uns hundeähnliche Haustiere.
Die Herkunft unseres Haushundes ist mehr als ungewiss. Es gibt daher bei den entsprechenden Wissenschaftlern die widersprüchlichsten Abstammungstheorien:
a) Die einen sind der Auffassung, dass unser Haushund vor 15.000 Jahren aus einer vorderindischen Wolfsrasse (Canis lupus pallipes) domestiziert wurde. Sie belegen dies mit Knochenfunden und Ähnlichem, die in der  Nähe von damaligen menschlichen Behausungen gefunden wurden.

b) Die anderen sind der Meinung, dass unsere Haushunde vom Goldschakal (Canis aurens) abstammen und nur blauzungige Hunde, wie der Chow-Chow, im Wolf ihren Urvater haben. Sie belegen dies mit Forschungsergebnissen aus der Verhaltenskunde und der Genetik (Erblehre).

c) Wiederum andere behaupten, alle Hunderassen würden einen inzwischen ausgestorbenen Wildhund als gemeinsamen Urvater haben.
d) Andere wiederum vertreten die Theorie, die heutigen Parishunde (niemandem gehörende Straßenhunde des Orients) seien die Urväter aller Hunderassen.

Welche Auffassung die richtig ist, wird wohl niemals endgültig geklärt werden können.
Die eigentliche Geschichte des Hundes beginnt für uns mit dem Zeitpunkt seiner Domestikation (seine Umwandlung vom Wild- zum Haustier).
Der primitive Mensch nahm ihn auf und schätzte ihn als Abfallvernichter und Warner vor nähernden Gefahren. Erst später nutzte man die Fähigkeit des Hundes als Jäger sowie als Behüter und Schützer der Herden. Hierbei führte neben der natürlichen Anpassung an die Gegebenheiten des Hausstierdaseins und der verschiedenartigen Nutzung das bewusste züchterische Eingreifen des Menschen zur Bildung der verschiedenen Rassen.

10. Nutzbare Eigenschaften des Hundes zum Wohle des Menschen
Die vielfältigen Eigenschaften des Hundes lassen ihn als Haustier besonders wertvoll erscheinen. Bis zum heutigen Tag wurden im Laufe der Geschichte seine dem Menschen weit überlegenen Eigenschaften genutzt. Dies sind:

Geruchssinn, Gehörsinn, Jagdtrieb, Verfolgungstrieb, Beutetrieb und Wehrhaftigkeit.

So bewachte er Herden und Anwesen, war bei der Jagd ein unentbehrlicher Helfer und bewies seine Wehrhaftigkeit im Kampfeinsatz. Kein Haustier zeigt in seiner Nutzung eine solche enge Bindung an den Menschen wie der Hund. Dies alles wäre jedoch nicht möglich, besäße der Hund nicht eine besonders ausgeprägte Anpassungsfähigkeit an seine Umwelt, die sich in einer großen Lernfähigkeit äußert. Sie macht es erst möglich, die Anlagen des Hundes – je nach Rasse unterschiedlich – durch gezielten Einsatz sinnvoll und intensiv zu nutzen.
Schon aus vorchristlicher Zeit wird von der Verwendung des Hundes zu Kriegszwecken berichtet. Die Assyrer und Perser kannten sowohl den Kampf- wie auch den Nachrichtenhund, wobei dem letzteren bei den Persern ein grausames Schicksal bereitet wurde. Er musste die Nachrichtentafel fressen und wurde, am Ziel angekommen, geschlachtet, damit man die Nachricht seinem Magen entnehmen konnte.

Unser Rottweiler wurde zuerst von Metzgern als Hüte- und Treiberhund in verantwortungsvoller Weise gezüchtet und eingesetzt. Heute ist er ein hervorragender Dienst-, Polizei-, Sport-, Rettungs- und Familienhund.

Nächstes Thema: Der Ausbildungswart

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