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Der richtig eingeübte Schutzdienst stellt ein schönes, für Führer und Hund anspruchsvolles, Prüfungsfach dar. Es ist für den Hund eine
hervorragende Gelegenheit, sich auf natürliche Art abzureagieren. Im Sporthundewesen geht es nicht um Verbrecherjagd. Der Schutzdiensthelfer ist hier für den Hund anfangs eine vertraute Person, mit
welcher er in einer kontrollierten Aggression (Kampflust) um den Schutzarm bzw. die Beute kämpft und der erst später zum Konkurrenten wird, den er stellt. Das Ziel unseres sportlichen Schutzdienstes besteht
darin, dass der Hund den stehenden Helfer stellt und verbellt, diesen beim Weglaufen oder Angriff mit festem Biss in den Schutzarm fasst, auf unser Kommando auslässt und ihn bewacht und während der
ganzen Übung in unserem Einflussbereich steht.
Es sollte beim Aufbau, der sich über mehrere Monate (12) hinzieht, kein Unterschied bezüglich auf das spätere Ziel SchH I,
II, III gemacht werden.
Die Spezialisierung erfolgt erst, wenn der Grundaufbau sitzt.
Anlagen des Hundes
Für den Schutzdienst benötigen wir drei Verhaltensweisen:
- Soziale (aktive) Aggression, - Beutetrieb, - Wehrverhalten (reaktive Aggression).
Soziale Aggression ist aktive Kampflust, das Bestreben, einen Rivalen (Helfer) einzuschüchtern und unterzuordnen.
Der Beutetrieb ist die zweite wichtige Funktion, die nicht vergessen werden darf. Entscheidend ist, Aggression und
Beutetrieb auf ein optimales Verhältnis zu bringen.
Der Wehrtrieb gehört zu diesem Verhältnis und muss richtig eingesetzt werden.
Zusammenfassung der wesentlichen Verhaltensweisen:
Soziale Aggression:
Auslösender Reiz: zum Rivalen/Konkurrenten gemachter Helfer
Verhalten des Hundes: Imponieren, Drohen gegen Helfer, Beißen in den Schutzarm
Erfüllung des Triebziels: Unterordnung des Helfers, Ausweichen, Flucht
Beutetrieb: Auslösender Reiz: Erscheinen, schnelles Wegbewegen, Fortrennen
Verhalten des Hundes: Nachhetzen,
Verfolgen, Anspringen, in den Schutzarm beißen, Niederziehen
Erfüllung des Triebziels: Fassen, Schütteln, (Ärmel) Wegtragen
Unerwünschte Nebenfolgen
oder Verhaltensweisen: Ermüdung des Reizes bei zu häufiger Wiederholung.
Wehrtrieb (reaktive Aggression): Auslösender Reiz: Erscheinen, Drohen (mit dem Stock), Großmachen, Anstarren,
Angriff Verhalten des Hundes: Kontern gegen den Helfer, Wehren gegen den Helfer Erfüllung des Triebziels: Meideverhalten beim Bedroher (Helfer) erreichen, Flucht des Helfers
Unerwünschte Nebenfolgen oder Verhaltensweisen: Meideverhalten des Hundes bei zu starkem Bedrohen durch den Helfer (Vorsicht)
Das Beuteverhalten ist nicht beliebige Male hintereinander
abrufbar, der Reiz unterliegt der Ermüdung.
Das Wehrverhalten kennt keine Reizermüdung, es ist immer abrufbar.
Das Meideverhalten kann durch zu starke Bedrohung hervortreten (Helfer meiden, passiv bleiben, zurückweichen, fliehen).
Der Gegenspieler des Beutetriebs ist die Reizermüdung. Die des Wehrtriebs ist das Meideverhalten.
Möchten wir diese drei wesentlichen Verhaltensweisen für den Schutzdienstaufbau nutzen, müssen wir einiges über die Gesetzmäßigkeit
der Triebförderung bzw. –hemmung kennenlernen. Trieb ist ein innerer Drang im Hund, welcher ein bestimmtes Verhalten zur Folge hat.
Der Helfer kann mit einem bestimmten Reiz beim Hund eine entsprechende Handlung auslösen. Kommt der Hund mit seiner Handlung zum Erfolg, das
heißt zu Erfüllung seines Triebziels, wird er sie immer intensiver ausführen. Damit der Reiz des Helfers beim Hund die erwünschte Handlung auslösen kann, muss der Hund in einer genügenden Erwartungshaltung (Appetenz, Trieb) sein.
Wir müssen folgendes wissen:
- Wie halte ich den Hund in Appetenz (Trieb)? - Wie (mit welchem Reiz) kann ich das erwünschte Verhalten auslösen?
- Welches sind die Triebziele des angesprochenen Triebes? - Wie kann ich wirkungsvoll bestätigen?
Aggression, Beute- und Wehrtrieb können durch Erreichen der Triebziele, durch
Verstärkung also, gefördert werden.
Für den Schutzdienst benötigt der Hund mehr aktive Aggression, welche erst in einem bestimmten Alter voll ausgereift ist (12 – 36 Monate).
Ebenso muss der Hund im Beute- und Wehrtrieb gefördert werden, hier ist darauf zu achten, dass er nicht allzu jung im Beuteverhalten
festgefahren wird.
Zum Thema: „Anlagen des Hundes“ muss noch bemerkt werden, dass sich der Hund für die Schutzdienstausbildung eignen
und anbieten muss. Alles andere artet in Tierquälerei aus. Wir sollten den Hundeführern von solchen Tieren ruhig sagen, dass es noch andere interessante Hundesportarten ohne Schutzdienst gibt
(Begleithunde, Fährtenhunde, Turnierhunde etc.).
Der Helfer
Beim Schutzdienst ist der Helfer, beim gesamten Aufbau neben der erbmäßigen Veranlagung des Hundes, die wichtigste Person.
Die Zeiten, in denen der Erstbeste in den Hetzanzug stieg, sind endgültig vorbei. Ein Schutzdiensthelfer muss mehr als kämpfen können, viel
wichtiger ist, dass er verlieren kann.
Die wichtigsten Anforderungen an den Schutzdiensthelfer sind:
- Praktische Erfahrung in der Ausbildung zum Schutzdienst, - Körperliche Ausdauer und Beweglichkeit, -
Routine im praktischen Aufbau von Junghunden, - Genaue Kenntnisse der hundlichen Anlagen und deren Förderung, - Fähigkeit, den Hundeführer richtig anzuleiten.
Diese Anforderungen kann nur der Helfer erfüllen, welcher sich immer mit dem Aufbau von Schutzhunden beschäftigt und sich praktisch
und theoretisch weiterbildet.
Das richtige und rasche Eingehen- und Reagierenkönnen auf jeden einzelnen Hund setzt eine Begabung voraus, welche nur bedingt geschult werden
kann.
Bei der Prüfung hat der Helfer die Aufgabe, jeden Hund fair zu arbeiten, um korrekte Ergebnisse zu ermöglichen.
Dabei ist er die rechte Hand des Leistungsrichters. Mit einem sportlich einwandfreien Verhalten sorgt er für seinen guten Ruf!
Übersicht über den Aufbau
- Die individuelle (persönliche, eigenwillige) Ausbildung geht immer vor. - Über die Förderung von Beute- und
Aggressionsverhalten gehen die Meinungen etwas auseinander; ein schwacher Hund kann unter Umständen über den Beutetrieb noch zu einem mittelmäßigen Erfolg geführt werden.
Nach unserem Wissensstand
kommt für einen guten Hund folgender Aufbau zum tragen:
3 - 15 Monate Beutetriebförderung/Vertrauen zum Helfer fördern mit Beutespielen, Lappen, Hetzrolle, Leder
Spielerische Verbellübungen
Auslassen von Anfang an mit einbeziehen
Ansprechen des Aggressionsverhaltens - Hund hetzen und wenig beißen lassen - Hund hetzt Helfer
- Helfer lässt sich einschüchtern
Aggressionsverhalten beim Hund reifen lassen - Hund ruhen lassen; 2 – 5 Monate Pause im Schutzdienst
- Hund nicht durch Triebzielgewöhnung in der Triebveranlagung festfahren
- Hund nicht zu früh sauber machen, sondern sich gegen Helfer auflehnen lassen
Beute- und Wehrtriebförderung - mit Hetzrolle, Junghundearm - Schlagstock, Peitsche etc. als Hilfsmittel
- Hund lernt, trotz Ablenkung, Schmerz etc. erfolgreich zu kämpfen - Hund in der Belastung stehen lassen; er muss mit seinem Aggressionsverhalten umgehen können
- Ausbalancieren der Triebe
Verbellen des Helfers
Revieren nach dem Helfer
15 – 36 Monate Unterordnungsphasen im Schutzdienst, Begleitung des Helfers Prüfungsbezogene Ausbildung und Korrekturen
Beutespiele und Kontakt mit dem Helfer
Mit Beutespielen, Lederlappen an einer Schnur festmachen, beginnen wir das Beutefangverhalten und einen positiven Bezug zum Helfer zu fördern.
Das Spiel sollte wie folgt ablaufen:
- Der Hundeführer hält den Hund an normaler Führleine. - Der Helfer ist etwa zwei, drei Meter vor den beiden und lässt den
Lederlappen in Bodenhöhe im Kreis gegen den Hund nahe vor ihm und dann panikartig von ihm wegbewegen. - Dies wird solange gemacht, bis der Hund starkes Interesse zeigt und nach ihm schnappen
will. - Der Hundeführer hält die Leine konstant ruhig, ohne den Hund vorzulassen und nachzugehen oder zurückzuziehen. - Zeigt sich der Hund gierig, so lässt der Helfer den Lappen in
Reichweite des Hundes kommen und packen. - Der Hundeführer lässt den Lappen vom Platz tragen. - Dies wird pro Übungstag nur einmal durchgespielt, um keine Reizermüdung zu
provozieren. - Der Hundeführer hat bei dieser Übung ohne jeglichen Druck zu arbeiten. - Er lässt den Lappen bis zum Auto tragen.
- Lässt der Hund die Beute vorher fallen, muss ihn der Hundeführer fortziehen und die Beute liegen lassen. - Fort ist fort; diese Erfahrung muss bereits der Junghund machen. - Der
Hundeführer darf nie anhalten, den Hund zur Beute bringen oder in den Fang stopfen. - Nach den ersten paar Malen darf der Helfer den Lappen, nachdem ihn der Hund gefasst hat, noch mit leichten Zug an
der Schnur zu entfliehen versuchen, was ein festes Halten und „Totschütteln“ des Hundes bewirkt. - Nun überlässt der Helfer die Beute dem Hund, welcher sie forttragen darf.
Dieses Training bringt folgende Vorteile:
- Der Junghund erhält einen positiven Bezug zum Übungsplatz und gewöhnt sich früh, trotz gewisser Ablenkungen, erfolgreich Beute zu
machen. - Der Welpe steht nicht unter dem Druck eines ranghöheren Meuteführers. - Der Führer lernt schon beizeiten, wie er sich an der Leine verhalten muss.Parallel zu diesen Übungen
soll der Hundeführer zu Hause und beim Spaziergang den Hund mit Beutespielen fördern.
Hetzen mit Lederlappen
Die ersten Übungen zur Förderung des Beuteverhaltens werden im Alter von 4 bis 7 Monaten mit einem weichen Lederlappen durchgeführt.
Den Zeitpunkt bestimmt der Helfer in Absprache mit dem Hundeführer, während der Zahnung finden keine Übungen statt.
Da der Beutetrieb der Ermüdung unterliegt, darf er nicht zu oft hintereinander angesprochen werden.
Vor der Übung genaue Besprechung mit dem Hundeführer (wegen der reizspezifischen Ermüdung – das Risiko der Gleichgültigkeit ist zu groß).
Der Hundeführer begibt sich mit seinem Hund auf dem Platz und hält ihn an der Leine fest, als ob er festgebunden wäre.
Der Helfer bewegt den Lappen ruckartig am Hund, der jedes Mal danach schnappen möchte, vorbei und weg.
Die ersten paar Mal wird der Lappen tief am Boden geführt.
Lässt der Hund den Lappen fallen, so bleibt der Führer dicht hinter dem Lappen stehen und der Helfer versucht, dem Hund die Beute streitig zu
machen.
Je nach Veranlagung, Alter und Verhalten des Hundes entscheidet der Helfer, ob er die Beute nochmals präsentiert oder die Übung beendet wird.
Im Idealfall lassen wir den Hund die Beute zum Auto tragen.
In der ersten Phase wird der Lappen tief gehalten und dem Hund beim Anbiss sofort überlassen.
Daran schließt sich das Hochhalten der Beute ca. auf Bauch- bis Brusthöhe, damit der Hund mit einem Sprung die Beute niederreißen muss. Auch
hier überlässt der Helfer sofort die Beute.
Hat der Hund einen festen Anbiss, beginnen wir diesen zu fördern.
Der Helfer lässt den Lappen nicht sofort los, er versucht ihn wegzuzerren.
Hält der Hund den Lappen durch festen Anbiss, überlässt der Helfer ihm diesen.
Das Wegzerren hat am Anfang feinfühlig zu erfolgen, damit der Hund Erfolgsmöglichkeiten hat.
Der Hund bekommt nie den Lappen in den Fang gestopft, denn eine Beute versucht immer zu fliehen.
Der Helfer hält die Beute nun stets in seinen Händen, nimmt den Hund auch frontal vor sich, zieht ihn, während er selbst am Boden liegt, über
sich her und stehend unter sich durch, um das Vertrauen des Hundes zu fördern und ihn an Körperbelastungen zu gewöhnen.
Nachstehend die ersten drei Schritte der Beutetriebförderung:
- Hetzen mit tief gehaltenem Lappen, sofort bestätigen. Der Hund soll die Beute fassen und wegtragen. - Hetzen mit hoch
gehaltenem Lappen, sofort bestätigen. Der Hund soll hochspringen, Beute niederreißen, fassen und wegtragen. - Nach Anbiss Beute zuerst sanft, später schneller wegzerren. Den festen Biss
bestätigen, der Hund soll einen festen ersten Anbiss zeigen. Nochmals dosierten Zug auf die Beute geben und nach richtigem Festhalten und Gegenzug durch wegtragen lassen bestätigen.
Merke:
- Der Hund wird an der Hetzleine auf den Platz geführt und an einem Pflock angebunden. -
Jegliche Unterordnung ist zu unterlassen. - Beim Erscheinen des Helfers beginnt der Hund sofort diesen zu hetzen. - Der Helfer lässt die Hetzrolle an der Leine genügend hoch
vorbeisausen. Der Hund muss lernen, die Beute zu erhaschen, sie wird ihm nicht in den Fang gestopft. - Ansprechen des Beutetriebs durch „fliegen lassen“ der Hetzrolle. - Nachdem der
Hund die Hetzrolle sauber gefasst hat, zieht der Helfer noch dosiert an der Leine, um den festen Biss zu fördern
Übersetzen auf Sackrolle und Ärmel
Es ist in erster Linie Sache des Helfers, im Einvernehmen mit dem Hundeführer den Entscheid zum Übergang auf neue Ersatzbeuten zu fällen.
Da der Hund beim ersten Mal über das neue Beuteobjekt überrascht ist, wird er einen schwachen Anbiss zeigen.
Hier muss der Helfer sofort die neue Beute dem Hund überlassen.
Unser Ziel ist, dass der Hund den Junghundarm und später den normalen Ärmel im ersten Anbiss mit festem Griff fasst und anschließend trägt.
Es liegt hier am Helfer, auf die einzelnen Hunde richtig einzugehen.
Ist der Hund im Beutetrieb richtig gearbeitet, wird er beginnen, den Helfer zu hetzen.
Der Helfer bzw. sein Ärmel wird für ihn dann richtungsweisend zum Beuteobjekt, das der Hund mit Drang zu fordern beginnt.
Wehrtriebförderung
a) Der Hund soll lernen, auch unter erhöhter Nervenbelastung und Ablenkung Beute zu machen und darum zu kämpfen. b) Gegen
Angriffe des Helfers soll sich der Hund wehren und durchsetzen. c) Schließlich soll sich das Wehrverhalten des Hundes im Beutemachen kanalisieren; wir trainieren den Hund also darauf, anstelle des
Triebziels des Wehrverhaltens (Einschüchterung des Helfers) Beute zu machen.
Der Vorteil des Wehrverhaltens liegt darin, dass es jederzeit abrufbar ist, also nicht den Gesetzen der Ermüdung unterliegt.
- Aus dem Selbst- und Arterhaltungstrieb heraus muss der Hund immer und überall in der Lage sein, Wehrverhalten zu zeigen. -
Das Schlimme and der ganzen Sache ist, dass genau der gleiche Reiz für das Wehrverhalten (Bedrohung) auch das Meideverhalten, also gerade das Gegenteil des Gewollten, auslösen kann. -
Es liegt am Helfer, genau den richtigen Reiz zu setzen, dass sich der Hund bedroht fühlt, aber sofort Gegenmaßnahmen ergreift und gegen den Helfer erfolgreich kontert. -
Ist der Reiz zu stark, wird der Hund Meideverhalten zeigen. - Deshalb ist das Ansprechen des Wehrverhaltens für den Helfer eine sehr schwierige Aufgabe. - Die Auslöser (Schlüsselreize) für das Wehrverhalten sind Bedrohen, Anstarren, Bedrängen und Angreifen.
- Als Hilfsmittel können Stock und Peitsche dienen.
Die wichtigsten Arten der Wehrtriebförderung:
Während der Beißübung kann der Hund dosiert bedroht werden. Wir beginnen diese Übung wie bei der Beutetriebförderung.
Hat der Hund den Ärmel gefasst, zieht der Helfer daran, vom Hund wegstrebend (Beuteverhalten).
Nun kehrt sich der Helfer gegen den Hund, zieht ihn mit dem Arm vor sich hin und mit der freien Hand macht er Drohbewegungen über dem Hund.
Kontert der Hund, indem er den Biss verstärkt, ist er sofort zu bestätigen.
Hiermit kanalisiert sich sein Wehrverhalten im Beutetrieb.
Wir müssen uns bewusst sein, dass diese Bedrohung für den Hund eine starke Nervenbelastung ist und deshalb am Anfang äußerst feinfühlig zu
erfolgen hat.
Der Helfer muss immer darauf aufpassen, dass das Meideverhalten nicht angesprochen wird.
Hat der Hund die Erfahrung gemacht, dass er sich gegen solche Bedrohungen durch Kontern dem Helfer gegenüber durchsetzt, wird die
Wehrtriebförderung gesteigert.
So lernt er die verschiedenartigen Belastungen, die an der Prüfung immer auftauchen können, unbeschadet zu bewältigen.
Durch die Bedrohung von Führer und Hund lernt der Hund, wie er den Helfer einschüchtern und in die Flucht treiben kann.
Dabei nähert sich der Helfer den beiden auf einer Distanz von etwa 20 Metern, durch Anstarren und gleichzeitig unsicherem, ängstlichen Drohen.
Am Anfang ist jede Reaktion des Hundes durch Flucht des Helfers zu bestätigen.
Der Hundeführer lobt seinen Hund.
Mit zunehmender Selbstsicherheit des Hundes bei den Übungen darf diese Drohung bis zum Scheinangriff nun zur stärksten Form,
dem Angriff, verstärkt werden.
Hierbei darf der Hund den Helfer am Hetzarm beißen und dieses wird bestätigt.
Verbellen des Helfers
Ein Hund wird den Helfer aus zweierlei Antrieben verbellen:
Entweder durch forderndes Bellen, weil er Beute machen möchte, oder aggressives drohendes Bellen, weil er den Helfer einschüchtern
möchte.
Bei der zweiten Art des Verbellen liegt es naturgemäß eher darin, dass der Hund zwischendurch „belästigt“.
Weil die erste Art viel schöner erlernt und bestätigt werden kann, ist sie für die Ausbildung des Hundes vorzuziehen.
Das beutebezogene Verbellen wird in die Beißübungen am Lappen eingebaut.
Hat der Hund diesen als Beute kennengelernt und beginnt den Helfer zu hetzen, postiert sich der Helfer nahe vor dem Hund und hält diesen hinter
seinem Rücken, bellt der Hund, muss sie blitzartig vorgezogen werden und der Hund darf tragen.
Ältere Hund oder solche, die beim Ärmel durchbrechen, bringen wir durch Abstoppen mit der Leine ins Verbellen.
Nach kurzem Reizen rennt der Helfer ins Versteck und postiert sich dort.
Der Hundeführer springt mit dem Hund an der Leine unter deutlichem Hörzeichen „Voran oder Revier“ zum Versteck.
Kurz vor dem Versteck blockt der Führer den Hund mit der Leine ab und entspannt sie wieder, verhindert aber ein Beißen mit Leinenruck.
Der Helfer kann den Hund durch ängstliche Hilfen leicht stimulieren, soweit es nötig ist.
Der erste Belllaut ist durch Beutemachen zu bestätigen.
Hat der Hund erfahren, dass er durch gezieltes Verbellen Beute machen kann, so wird er frei in das Versteck geschickt.
Sperren mit der Hand:
Will der Hund durchbrechen, erhält er mit der freien, ärmellosen Hand von unten her einen Klaps gegen den Unterkiefer.
Sperren mit Wasser:
Der Helfer nimmt seinen Mund voll Wasser und pustet dieses dem Hund im entscheidenden Augenblick ins Gesicht.
Sperren durch Starkzwang:
Die oben aufgezählten Mittel genügen bei einem sauberen Aufbau in der Regel.
Schwache Ausbilder greifen aber oft zu verschiedensten Brutalitäten, welche hier nicht aufgezählt werden.
Unter den Starkzwangmethoden halte ich einzig den unter Strom gesetzten Schutzarm für sinnvoll, weil der Hund im genau entscheidenden Moment an
der richtigen Stelle gehemmt und anschließend sofort richtig bestätigt werden kann.
Diese Methode darf aber nur von sehr erfahrenen Helfern angewendet werden!
Elektroschockhalsbänder sind nicht geeignet.
Das Sperren muss genau dosiert, weder zu stark noch zu schwach, erfolgen.
Nach und nach werden diese Hilfen abgebaut.
Zwischendurch holt der Führer seinen Hund ab, doch das Bestätigen durch den Arm muss weiterhin bleiben.
Auch Hunde, die prüfungsreif arbeiten, sind zu bestätigen.
Hunde, die auf Distanz verbellen, sollte man direkt beißen lassen, anschließend erfolgt wieder der saubere Aufbau.
Flucht des Helfers
Eine kleine Flucht des Helfers und Fassen des Hundes kann in den verschiedenen Aufbaustadien, je nach Entwicklung des Hundes,
eingebaut werden.
Der Helfer reizt den Hund an und lässt sich durch dessen Bellen in die Flucht jagen.
Darauf eilt der Hundeführer mit Leine dem Helfer nach.
Der Helfer präsentiert in der Flucht die Beute hoch, lässt den Hund fassen, dreht leicht aus und bestätigt den Hund durch Überlassen der Beute.
Beim Nachrennen mit der Hetzleine muss der Führer einen leichten Zug auf die Leine geben, damit sich ein voller fester Griff ergibt.
Hat er den Hund mit der Leine gehen lassen, kommt er ruhig und lobend zum Hund.
Als Beute wird dasjenige Material verwendet, mit welchem der Hund zur Zeit gearbeitet wird (Hetzrolle, Leder, Junghundearm etc.).
Arbeitet der Hund mit der Zeit bei der Flucht des Helfers erfolgreich, beginnt ihn dieser vor der Bestätigung erst kürzer und dann heftiger zu
belasten (Bedrängen, Wehrreiz).
Die Bestätigung erfolgt nach dem Kontern des Hundes.
Angriff auf Distanz
Der Hund muss erfahren, wie er den Helfer auf Distanz anspringen und mit festem Biss Beute machen kann.
Bis dahin haben sich alle Beißübungen an der Leine abgespielt.
Der Hund hat einen hohen, präzisen und festen Anbiss erreicht und kontert leichtes Bedrohen des Helfers erfolgreich.
Nun beginnen wir eine neue Übung:
Der Führer leint seinen Hund ab und hält ihn am Halsband.
Der Helfer reizt den Hund und auf Zeichen lässt ihn der Hundeführer los.
Der Helfer steht in etwa 10 Schritten entfernt, frontal zum Hund.
Es ist darauf zu achten, dass keine zu starke Bedrohung gemacht wird.
Der Helfer schert den Ärmel zur Seite weg und bietet dem Hund in den ersten Angriffen eine saubere Anbissmöglichkeit.
Die Anforderungen werden mit der Zeit schrittweise erhöht.
Ist der Hund im Wehrtrieb durchgearbeitet, geht der Helfer vermehrt gegen den Hund und fängt ihn im letzten Moment sanft ab.
In den ersten Stadien der Angriffsübung und bei Einführung von neuen Schwierigkeiten, ist der Hund die ersten paar Male immer möglichst rasch nach gutem Anbiss durch Überlassen des Ärmels zu bestätigen.
Auslassen und Bewachungsphase
Im Gegensatz zu früher wird heute mit Erfolg das Auslassen der Ersatzbeute schon beim Junghund von Anfang der
Schutzdienstausbildung an eingebaut.
ES wurde von den Hundesportlern erkannt, dass Hunde, welche von jung an gelernt hatten, die Ersatzbeute auf Hörzeichen konsequent loszulassen,
weder im sauberen und schnellen Griffverhalten Probleme hatten, noch sonst wo Schaden leiden, dafür aber später mit dem Auslassen beim Helfer viel weniger Schwierigkeiten zeigten.
Unser Ziel muss sein, dass der Hund auf ein einmaliges Hörzeichen „Aus“ sich sofort und konsequent von der Beute trennt und diese anschließend
fixierend bewacht.
Wir müssen dem Hund klarmachen, wie lange er die Beute festhalten darf und wann er sie loslassen und anschließend bewachen soll.
Dabei gehen wir folgendermaßen vor:
Nach einer gewöhnlichen Beißübung überlässt der Helfer dem Hund die Beute und wir lassen ihn ausreichend tragen.
Dann halten wir in genügendem Abstand vor dem Helfer an, lassen den Hund die Beute mit Ruhe im Griff an möglichst lockerer Leine (kein
Streitigmachen der Beute) eine Weile halten.
Wenn der Hund den Fang öffnet, um die Beute fallen zu lassen, geben wir ruhig und klar das Hörzeichen „Aus“.
Lässt er von sich aus nicht aus, kneifen wir von beiden Seiten mit beiden Händen kurz und schnell in die Lende des Hundes, was ein
reflexartiges Loslassen der Beute bewirkt.
Gleichzeitig ertönt das Hörzeichen „Aus“.
Wichtig ist, dass unmittelbar nach dem Auslassen gelobt wird, die Leine völlig entspannt bleibt und eine Ruhepause einkehrt.
Nach einer Weile spannen wir die Leine schnell an, kicken die Beute mit dem Fuß weg, was den Hund in Triebstimmung versetzt, und eine neue
Beißübung beginnt.
Durch dieses Training erhalten wir Hund, welche schon früh klar von der Kampfphase zur Ruhephase umschalten können und nicht
permanent überreizt sind.
Hat der Hund so die Ausübung kennengelernt, werden wir auch später in jeder neuen Situation ein „Aus“ einbauen.
Die Aus-Übung sitzt erst perfekt, wenn der Hund bei Belastungsphasen auf Kommando auslässt.
Dies bedeutet für den Hund eine erhebliche nervliche Belastung, welcher er gewachsen sein muss. Es ist die Pflicht des Helfers und des
Hundeführers, den Hund hier nicht zu überfordern und auf tiergerechte Ausbildung zu achten.
Wenn wir dem Hund klarmachen, dass er nach dem Auslassen den Kampf mit dem Helfer durch Verbellen oder Fixieren weiterführen und später wieder
Beute machen kann, vermeiden wir eine Konfliktsituation, welche sich durch Weglaufen, Gähnen, Gras fressen oder weitere Handlungen äußert.
Wir müssen den Hund auch für das Auslassen belohnen, ihm klarmachen, dass es sich lohnt, Beute loszulassen.
Korrektur
Wenn der Hund in der Schutzdienstausbildung – im Verlauf des Älterwerdens reift seine Aggressionen und psychische Stärke – nicht
mehr auslassen will, greifen wir zu folgender Korrekturmethode:
Wir machen das normale Halsband eng hinter den Ohren fest.
Gleichzeitig mit dem Hörzeichen „Aus“ folgt ein schneller, kurzer aber heftiger Leinenruck nach vorne gegen den Helfer hin. (Nicht nach
hinten ziehen, weil dem Hund die Beute streitig gemacht würde, was dieser – wie gelernt – durch Kontern und noch festerem Griff beantworten würde.)
Schutzdiensthelfer versuchen oft, einen Hund, der sich nicht von der Beute trennen will, durch allerlei „Hilfen“ aus dem
Hetzarm zu prügeln.
Im Einzelfall (vor allem bei einem unfähigen Führer) mag eine solche Methode einmal gut sein.
In der Regel soll dies Sache des Hundeführers sein, das Hörzeichen „Aus“ beim Hund durchzusetzen.
Gelingt dies nicht, so soll eine dritte Person hinzugezogen werden, vor allem bei größerer Distanz.
Hundeführer, welche einen fundierten Aufbau der Aus-Übung verpasst haben oder zu mühsam finden, greifen gelegentlich zum Teletakt. Dies ist
ein hartes Mittel, welches wirklich nur für die alleräußersten Notfälle vorbehalten bleibt, keinesfalls aber aus Bequemlichkeit angewendet werden darf.
Revieren nach dem Helfer
Das prüfungsmäßige Revieren der Verstecke ist eine reine Unterordnungsleistung, denn der Hund weiß mit der Zeit genau, wo sich der
Helfer befindet.
Wir müssen dem Hund klar machen, dass er sein Triebziel nur über die Umwege der Verstecke erreichen kann, so bekommen wir ein zügiges Revieren.
Zu Beginn lehren wir den Hund das Verbellen an beliebigen Orten, im Freien, bei einem Gebüsch etc., wie beim Kapitel „Verbellen des Helfers“
behandelt.
Der Hund lernt das in demjenigen Versteck, auf welches der Führer ihn schickt und in dem der Helfer steht.
Die Verstecke müssen abgewechselt werden. Es sollten verschiedene Verstecke benutzt werden.
Dort angekommen darf der Hund verbellen und erhält Beute.
Hat der Hund gelernt, genau das Versteck, auf welches wir uns richten, anzunehmen, so können wir wie folgt weiterfahren:
Mit dem beutetriebstarken Hund üben wir zunächst ohne Helfer die Streife nach zwei gegenüberstehenden Verstecken, indem wir den Hund
in der Mitte ablegen und in die Verstecke ein Tennisball oder Futter legen.
Nun schicken wir den Hund mit dem Kommando „Voran“ oder „Revier“ in das Versteck, worauf er die Beute mitbringen oder fressen darf.
Wenn der Hund nun gelernt hat, auf unser Hörzeichen die Verstecke anzulaufen, müssen wir ihm auch klarmachen, dass er dies auch tun muss, wenn
er genau weiß, wo der Helfer sich befindet.
Dazu lassen wir den Helfer vor den Augen des Hundes in ein Versteck gehen und schicken den Hund um ein Leerversteck auf Umwegen zum Helfer.
Hier wird er nach dem kurzen Verbellen bestätigt.
Nun wird die Streife über sechs Verstecke ausgedehnt, hier wird mit den Beutestücken oder Futter gearbeitet und anschließend der
Helfer mit dem Zwangsvoran einbezogen.
Der Name Zwangsvoran kommt daher, dass jegliches Ausbrechen des Hundes konsequent durch sofortiges Hinlegen abgeblockt wird.
Der Hund wird gezwungen, um die Verstecke zu laufen, und nicht auf direktem Weg zum Helfer.
Ohne Zwang kann auch hier das Ziel nicht erreicht werden.
Voraussetzung ist, dass der Hund Hinlegen auf Distanz beherrscht. Ohne diese sollte das Hinlegen nicht trainiert werden.
Wenn der Hund unter dem Zwangsvoran anfänglich die leeren Verstecke etwas unfreudig anläuft, ist dies kein Anlass zur Sorge.
Rasch wird er begreifen, dass er über diese Umwege dann zu seinem Triebziel kommt, und die Streife immer rascher ausführen, wobei auch hier die körperliche Kondition durch entsprechendes Kauftraining außerhalb des Schutzdienstes vorhanden sein muss.
Prüfungsbezogene Ausbildung
Nach der erfolgreichen Aufbauarbeit nimmt die prüfungsbezogene Ausbildung je nach Ziel des Hundeführers mehr und mehr überhand.
Dazu gehören die Gehorsamsübungen wie das Abholen und Abrufen des Hundes am Helfer, die Transporte und das Folgen des Hundes frei bei Fuß unter
Anwesenheit des Helfers.
Dies ist die hohe Schule in der Unterordnung, wofür es auch mal ein kräftiges Schütteln des Hundes gibt, er dies aber hier besser verkraftet
als bei anderen Übungen.
Hüten wir uns, den Hund stur nach der Prüfungsordnung zu arbeiten.
Auch hier soll der Hund genügend Triebzielerfüllung erhalten und im Normalfall den Ärmel vom Platz tragen können.
Der Schutzdiensthelfer
Die Tätigkeit des Helfers besteht im Allgemeinen aus der
- Aufbauarbeit, dem Hund im Schutzdienst tierpsychologisch richtig zu helfen, ihn zu fördern, zu stärken und
abzusichern, - Prüfungsarbeit, gezielt zu prüfen, - Zivilarbeit, seiner späteren Aufgabe entsprechend systematisch weiter- oder umzuarbeiten.
Das heißt:
Schutzdienstarbeit = Aufbauarbeit + Prüfungsarbeit + Zivilarbeit!
Der Helfer muss gleichzeitig ein
- unterstützender Lehrmeister für den Hund sein, - nützlicher Partner für den Hundeführer und Züchter,
- korrekter Mitarbeiter für den Leistungsrichter.
Die Voraussetzungen für die erfolgreiche Bewältigung dieser schwierigen Aufgabe ist, dass der Helfer als wirklicher Verbündeter auftritt und
nicht als
- Figurant = Lückenbüßer, Statist etc. - Oder als Unruhestifter, Aufwiegler, Rebell etc.
Eigenschaften des Helfers
Der Helfer unterscheidet sich vom Figuranten vor allem durch das große Übergewicht an positiven körperlichen und
geistig-seelischen Merkmalen.
Die Qualität der Schutzdiensthelfer hängt primär davon ab, dass der Helfer:
1. organisch gesund ist und eine gute Kondition besitzt, eine besondere körperliche Stärke ist nicht erforderlich und evtl.
schädlich, wenn sie über der geistig-seelischen Anlage des Helfers dominiert.
2. Er muss für neue Ideen in der Schutzdienstarbeit aufgeschlossen sein und vernünftig handeln.
3. Er muss seine Arbeit objektiv auswerten können (Denkfähigkeit) und die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen können.
4. Er muss auf dem Schutzdienstsektor ein Fachmann sein (geistige Reife), ein genaues Bild seiner Arbeitsweise besitzen (Vorstellungsvermögen) und sein Fachwissen ständig erweitern.
5. Er muss seine Aufgabe sicher beherrschen und erfüllen (Sicherheit), einen nüchternen Sinn für die tatsächlichen
Verhältnisse haben und seine Fähigkeiten genau kennen.
6. Er muss sich auf seine Arbeit genau konzentrieren (Aufmerksamkeit), das Mensch – Hund – Team richtig einschätzen (Beobachtungsgabe) und
zwischen richtigem und falschen Verhalten sorgfältig unterscheiden (Unterscheidungsgabe).
7. Er muss in jeder Hinsicht zielstrebig (aktiv), begeistert, energisch (tatkräftig), folgerichtig (konsequent), schnell (Sachschnelligkeit) und
verantwortungsbewusst arbeiten.
8. Er muss sich stets in der Gewalt haben (Ruhe), den Hund verständnisvoll behandeln (Einfühlungsvermögen) und
geschickt mit ihm kämpfen (Geschicklichkeit).
9. Er muss seine Arbeit vielseitig gestalten (Vielseitigkeit) sowie auf die Aktionen und Reaktionen des Hundes sofort (Reaktionsvermögen) und eindrucksvoll (Festigkeit) reagieren.
10. Er muss mit dem Hund regelmäßig und beständig arbeiten und das Endziel entschlossen und drangvoll anstreben (Schutzhundeprüfung).
Die wichtigsten Helfertypen
Der Helfer meistert seinen gesamten Aufgabenbereich nur dann optimal, wenn seine Eigenkonstellation alle für das Fach notwendigen
Anlagen in ausgeprägter Form umfassen.
Dieser ideale Universalhelfer ist eine Rarität, weil nachweislich die wenigsten Menschen allen Anforderungen im erwünschten
Maße gerecht werden.
Deshalb besteht der einzig richtige und erfolgversprechende Einsatz von Helfern darin, diese entsprechend ihren Begabungen und Fähigkeiten zu
schulen und arbeiten zu lassen.
Die Aufgliederung der Helfer erfolgt am besten analog den drei Aufgabenbereichen im Schutzdienst, dies ergibt folgende drei Helfertypen:
1. Die Aufbauarbeit = Aufbauhelfer
Diese Tätigkeit besteht im Allgemeinen darin, die in den einzelnen Hunden schlummernden Schutzhundanlagen individuell und gezielt zu
wecken und sie im Hinblick auf seine spätere Verwendbarkeit des Hundes optimal zu fördern, auszubauen und zu festigen.
Diese Grundlagenarbeit erfordert ein hohes Maß an Kunstfertigkeit und Kondition, umfangreiches Fachwissen und die besonderen ausgeprägten Fähigkeiten wie:
Aufgeschlossenheit, Begeisterungsfähigkeit, Beobachtungsgabe, Denkfähigkeit, Einfühlungsvermögen, geistige Reife, Geschicklichkeit, Konsequenz,
Reaktionsvermögen, Schlussfolgerungen ziehen können, Unterscheidungsgabe und Vielseitigkeit,
denn die ersten Erfahrungen setzen sich im Hund sehr tief und nachhaltig fest.
Demnach sollte dieser Helfer keine Charakterschwächen besitzen wie:
Engstirnigkeit, Gleichgültigkeit, Urteilsfähigkeit, Verständnislosigkeit, Unbeholfenheit, Trägheit, Voreingenommenheit.
2. Die Prüfungsarbeit = Prüfungshelfer
Diese Tätigkeit besteht allgemein darin, die aufgebauten Hunde auf die Anforderungen der einzelnen Schutzhund-Prüfungen systematisch vorzubereiten und sie während der Prüfung fair, korrekt und konstant zu arbeiten.
Diese Routinearbeit erfordert eine gute handwerkliche Gewandtheit, prüfungsmäßiges Fachwissen und besonders ausgeprägte Fähigkeiten wie:
Ausdauer, Aktivität, Schnelligkeit und Verantwortung, denn diese Betätigung ist in erster Linie ein Sport.
Demnach sollte der Helfer keine Charakterschwächen besitzen wie:
Passivität, Unbeständigkeit, Langsamkeit und Verantwortungslosigkeit.
1. Die Zivilarbeit = Scheintäter
Diese Tätigkeit besteht allgemein darin, in dem aufgebauten oder im Aufbau befindlichen Schutzhund
a) die feindbezogene Aggression auszulösen,
b) die Reizbarkeit der hundlichen Hemmzentren gegenüber einem Feindbild zu erhöhen,
c) das Durchsetzungsvermögen gegenüber existentiellen Bedrohungen zu steigern, daneben ist der Schutzhund an möglichst viele
alltägliche Beißsituationen zu gewöhnen.
Diese Spezialarbeit erfordert einen starken wagemutigen und kämpferischen Einsatz, geringe Schmerzempfindlichkeit und
besonders ausgeprägte Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Entschlossenheit, Realismus und Tatkraft.
Durch diese Arbeit wird der Schutzhund erst zum wirklichen Schutzhund.
Demnach sollte dieser Helfer keine Charakterschwächen besitzen wie:
Unaufmerksamkeit, Unentschlossenheit, Schwärmerei und Energielosigkeit.
Die Ausbildung des Helfers
Die richtige Form bei der Auswahl des Helfers besteht allgemein in gezielten Fragen:
1. Ein aktiver Hundeführer oder ein Typ, der an der Theke steht?
2. Ein Hundeführer, der seinen Hund lern- und tierpsychologisch richtig ausbildet, oder ein Hundeführer, der den Hund
vermenschlicht, versachlicht, versklavt?
3. Ein Hundeführer, der selbstsicher, intelligent, beherrscht und ehrgeizig ist, der seine Stärken und Schwächen genau kennt, oder
ein unsicherer, dummer, unbeherrschter und drangloser Kerl?
4. Ein Hundeführer, der wirklich an der Helfertätigkeit interessiert ist, oder ein Typ, der seinen Geltungsdrang, Überheblichkeit
und andere negative Eigenschaften befriedigen möchte?
5. Ein solider, hilfsbereiter, uneigennütziger Hundeführer oder ein trunksüchtiger, neidischer, rechthaberischer, nachlässiger Kerl?
6. Ein Menschenkenner und ein erfahrener Hundeführer mit Erfahrung im Umgang mit Menschen oder ein Choleriker, Krimineller?
Der nach diesen Gesichtspunkten ausgewählte Helfer ist auf seinem Aufgabenbereich intensiv zu schulen. Hierbei sollte der Verein keine Kosten scheuen, für seinen künftigen Helfer den besten Lehrhelfer zu verpflichten oder den künftigen Helfer auf Lehrgänge zu schicken.
Die erste Voraussetzung für die erfolgreiche Beendigung einer guten Helferschulung ist, dass der Helfer bereits ein
theoretisches, wissenschaftlich fundiertes Grundwissen über die Helfertätigkeit besitzt. Denn ohne sichere Grundlage und Kenntnis allgemein, ist bei der Helfertätigkeit kein echter Fortschritt zu
erreichen.
Diese Tatsache gilt für alle Helfertypen, egal ob Anfänger, Fortgeschrittene oder auch Naturtalente.
Vor allem sollten die erfahrenen Helfer ihre veralteten oder falsche Einsichten durch neuere und bessere Erkenntnisse ersetzen, denn Stillstand
in der geistigen Entwicklung bedeutet auf der Stelle treten.
Die zweite Voraussetzung für den Schulungserfolg ist, dass der Helfer praktische Arbeit eines idealen Vorbildes richtig
beobachtet und die Eindrücke mit seinem Wissen gedanklich richtig verarbeitet.
Hierbei muss die Bereitschaft des Helfers sein, die sichtbaren und lautlichen Eindrücke
- unbefangen aufzunehmen, - unvoreingenommen zu überdenken, -
objektiv mit den eigenen Erfahrungen zu vergleichen, - gezielt seine Gewohnheiten im Bedarfsfall zu ändern.
Der Helfer, der diesen Lernschritt nicht vollzieht, oder aus irgendwelchen Gründen nicht vollziehen kann oder will, wird niemals ein in jeder Hinsicht erfolgreich arbeitender Helfer sein,
denn Scharfblick und bildliches Vorstellungsvermögen sind die entscheidenden Bindeglieder zwischen Theorie und Praxis.
Die Arbeitsgrundlagen
Die wichtigsten Grundlagen für alle Helfertypen sind allgemein Gesundheit, Kondition und Charakter, sowie ein umfangreiches
Sachwissen und Fachwissen.
Das Spezialgebiet des Aufbauhelfers und des Scheintäters ist das hundliche Wesen und die Lernpsychologie.
Der Prüfungshelfer muss die Prüfungsordnung und ihre sportlichen Regeln kennen.
Hierbei sind von allen Helfern folgende Punkte zu berücksichtigen:
1. Der genaue Arbeitsablauf
Jeder Helfer sollte niemals unvorbereitet seine Tätigkeit beginnen.
Er muss vor Beginn jeglicher Schutzdienstarbeit das Ziel und die Maßnahmen festlegen. Diese sind genau mit dem Hundeführer abzusprechen.
Diese notwendige Absprache ist jedoch nur dann für alle vorteilhaft, wenn Helfer und Hundeführer
- konsequent und reibungslos zusammenarbeiten, - alle ihre Aufgaben bestens erfüllen, - in keiner Weise
vorhandenen oder aufkommenden Ärger am Hund abreagieren.
Die richtige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Helfer und Hundeführer verläuft stets nach folgendem System:
1. Der Helfer hetzt den Hund an und versucht diesen durch gezielte Reize auf Touren zu bringen.
2. Der Helfer lässt dem Hund nach dem Anbiss durch ruhige Arbeit die Chance, aus sich herauszugehen und zu kontern, er
vermittelt dem Hund das Gefühl der Überlegenheit.
3. Der Hundeführer muss den Hund konsequent zu einer korrekten Arbeitsweise beeinflussen, ohne den Meutetrieb über den
Kampftrieb zu stellen.
4. Der Helfer unterstützt die Gehorsamsarbeit des Hundeführers, nicht durch Schläge oder andere harte Einwirkungen,
sondern in erster Linie durch Schnelligkeit, Schocken und Körperausstrahlung.
5. Helfer und Hundeführer lernen dem Hund unmissverständlich, dass die Phasen nur Überleitungen zu den einzelnen
Kampfhandlungen sind.
6. Helfer und Hundeführer müssen eine deutliche Haltung des Körpers einnehmen, damit der Hund dies auch deutlich verknüpft und eine klare Verhaltenssituation entsteht.
7. Helfer und Hundeführer lernen dem Hund vom Anfang an, dass er Belastungen standhalten kann und diesen nicht durch Meideverhalten zu entgehen, sondern sie durch Angriff beseitigen kann. Hierbei ist der Einwirkungsgrad genau auf jeden Hundetyp genau abzustimmen und von keinem unvermittelt und übertrieben auszuführen.
Die sichere Körperbeherrschung
Der Helfer erreicht eine sichere Kontrolle seiner Bewegungen am besten durch ein gezieltes Training und eine Bekleidung, die ihn
bei seiner Tätigkeit schützt, aber in keiner Weise behindert. Dabei sind Schuhe mit Stollen (Nocken) die wichtigsten Kleidungsstücke, weil:
- ein schlechtes Schuhwerk eine unsichere Standfestigkeit bedeutet, - unsichere Standfestigkeit eine mangelnde
Körperbeherrschung zur Folge hat, - mangelnde Körperbeherrschung fehlerhafte Reaktionen hervorrufen, - fehlerhafte Reaktionen falsche Verknüpfungen bewirken, -
falsche Verknüpfungen einen Problemhund ergeben, - Problemhunde zu einer zweifelhaften Zusammenarbeit führen, - zweifelhafte Zusammenarbeit unweigerlich mit einem Misserfolg enden.
Die sichere Reizgestaltung
Die wichtigsten Reizmittel sind die Körperspannung, die Bewegungsformen, die Lautäußerungen des Helfers sowie der Hetzarm, die Peitsche, der Stock.
Diese triebsteigernden Mittel hat der Helfer so geschickt einzusetzen, dass der Hund ständig auf einem hohen Triebniveau bleibt. Hier hängt der Erfolg dieser Arbeit entscheidend davon ab, dass die
1. Art, Stärke und Wiederwahl der Reize genau dem jeweiligen Hund entsprechen. Denn Reaktionen des Hundes werden primär beeinflusst von den Erfahrungs-, Gewöhnungs- und Ermüdungswerten, die der Hund gegenüber dem Helfer durch dessen Reize aufbaut und besitzt.
2. Reize, welche die einzelnen Kampftriebkombinenten des Hundes wirkungsvoll auslösen. Denn die Reaktionsstärken des Hundes werden primär beeinflusst von dem Ausprägungsgrad der einzelnen Triebelemente und der Empfindlichkeit gegenüber der speziellen Reizgestaltung.
3. Reizmittel, die auch wirklich als solche eingesetzt werden und nicht zu abstumpfenden Mitteln werden. Denn die Reaktionen des Hundes werden primär beeinflusst durch gezieltes Reizen und nicht durch regelmäßiges Schlagen mit der Peitsche, Stock etc.
Die Verantwortung des Helfers
Der wirklich gute Helfer ist sich seiner Verantwortung gegenüber dem Hund und dem Hundeführer voll bewusst.
Dies bedeutet, dass er
- kompromisslos nach dem Motto handelt: „Der Hund ist ein Gebrauchshund und kein Schaustück“. - Systematisch das
Vereinsniveau durch objektive Arbeit anhebt und nicht zum Diener oder Lakai der Hundeführer wird. - Ausschließlich in Teamarbeit mit dem Hundeführer den Hund formt und nicht zum Selbstzweck.
- Konstant den Hund nach seinen Anlagen, seiner Entwicklung und seinem Leistungsstand arbeitet, fair und gezielt.
Dabei hat der Helfer den ganzen Kampftrieb des Hundes im Hinblick auf das Ausbildungsziel und die Führeigenschaften des
Hundeführers auszulösen und zu leiten.
Dagegen zeugt das Hemmen, Überziehen, Überdecken und Fehlleiten bestimmter Bestandteile des Kampftriebes nicht von einer
verantwortungsbewussten und unvoreingenommenen Einstellung und Arbeitsweise, egal welche persönlichen Leistungen der Hundeführer mit seinem Hund erbringt.
Der Aufbauhelfer, Prüfungshelfer und Scheintäter hat weiterhin die einmal begonnen Arbeit des Hundes konsequent und selbständig zu
Ende zu führen.
Es ist ein Helferwechsel nur dann zu vollziehen, wenn der Hund den Lernstoff sicher beherrscht und korrekt ausführt oder bei dem Helfer keinen Lernfortschritt mehr zeigt.
Dagegen sollte der Helfer jede weitere Ausbildung des Hundes ablehnen, wenn der Hundeführer während der Ausbildungszeit willkürlich den Helfer wechselt.
Jeder unbedacht durchgeführte Helferwechsel beeinträchtigt immer die Arbeit des Stammhelfers, vor allem das Herumdoktern
eines unqualifizierten Helfers.
Die Arbeitsweisen
Das Leistungsniveau eines guten Hundes ist in erster Linie das Resultat der Arbeitsweise des Aufbauhelfers, Prüfungshelfers
und Scheintäters.
Der Erfolg hängt entscheidend davon ab, dass die einzelnen Helfertypen diese speziellen Anforderungen genau kennen, sicher beherrschen und optimal in die Praxis umsetzen können.
Die neben den Arbeitsgrundlagen wichtigsten Regeln der drei Arbeitsgebiete sind folgende:
1. Der Aufbauhelfer
Der Aufbau des Hundes ist die kreativste und anderseits die schwierigste Tätigkeit der Helferarbeit.
Denn diese Arbeitsweise unterliegt keinen starren, engen Regeln, sondern wird bis zur Prüfungsarbeit ausschließlich von folgenden Richtlinien bestimmt:
- den geistig seelischen Anlagen, der Körperbeschaffenheit, der körperlichen Verfassung und dem Verhalten des Hundes, -
den lern- und tierpsychologischen Erkenntnissen.
2. Der Prüfungshelfer
Die Vorbereitung auf die Prüfung sowie das prüfungsmäßige Arbeiten ist jener Teilbereich der allgemeinen Helferarbeit, der dem Helfer die
größte Objektivität und Korrektheit abverlangt. Diese Arbeitsweise unterliegt nicht nur speziellen Prüfungsregeln, sondern beeinflusst rückwirkend auch die Zucht.
Diese Tatsache übersehen viele Prüfungshelfer bei ihrer Tätigkeit.
Damit der Leistungsrichter die Hunde richtig bewerten kann, sind bei der Prüfungsarbeit unbedingt folgende Punkte zu beachten:
- Der Helfer sollte die erlernten Verhaltenselemente des Hundes entsprechend der Anforderung der Prüfung und die notwendigen
Verhaltensfolgen schrittweise und fehlerlos lehren.
- Er muss Hundeführer und Hund zu einer korrekten Arbeitsweise anleiten.
- Es werden bei der Prüfung grundsätzlich die selben Verhaltensweisen wie beim Training verlangt.
3. Der Scheintäter
Den Hund zu einem führigen Schutzhund zu verhelfen, ist der glanzvollste Höhepunkt und gleichzeitig der gefährlichste Teil der
allgemeinen Helferarbeit. Denn diese Tätigkeit verlangt einen draufgängerische, harten Helfer, der dennoch:
- den Schutzhund in jeder Hinsicht nüchtern und sachlich betrachtet, - seine Handlungen konsequent auf die Gegebenheiten einstellt,
- die notwendigen lern- und tierpsychologischen Kenntnisse besitzt.
Die Zivilarbeit selbst verläuft grundsätzlich nach den selben Rahmenrichtlinien wie die Aufbauarbeit. Dabei entsteht der entscheidende Unterschied darin, dass der Scheintäter in erster Linie den Schutztrieb und der Aufbauhelfer primär den Kampftrieb des Hundes fördert und formt.
Anforderungen an die Prüfungsordnungen „PO/IPO
AZG-Leistungsrichter-Leitfaden
Obwohl für alle AZG-Verbände eine gemeinsame und einheitliche Prüfungsordnung erschaffen wurde, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder
von unterschiedlichen Beurteilungskriterien bei Prüfungen und Wettkämpfen gesprochen. Dies resultiert vielfach daraus, dass in den einzelnen Verbänden nicht nur unterschiedliche Bewertungskriterien,
sondern auch erhebliche, abweichende Zusatzbestimmungen deklariert wurden. Ein Umstand welcher, sowohl bei den Richtern als auch bei den HF zum Teil zu erheblichen Unsicherheiten und auch zu
Missverständnissen geführt hat.
Um diesem Missstand zu begegnen, wurde der Leistungsrichter-Leitfaden von der AZG erarbeitet und in Kraft gesetzt. Er hat Weisungscharakter für
alle Leistungsveranstaltungen innerhalb der AZG und soll in erster Linie dazu verhelfen, dass zukünftig einheitliche Vorführweisen sowie einheitliche Beurteilungsmaßstäbe innerhalb der Mitgliedsvereine
gewährleistet sind. Der Leitfaden soll aber auch gleichzeitig den Ausbildungswarten und Prüfungsleitern unserer Vereine richtungsweisend für die Ausbildung unserer Hundführer sowie der Vorbereitung und
Durchführung von Prüfungen dienen. Ferner ist damit gesichert, dass unsere Leistungsträger bei Prüfungen und Wettkämpfen in allen Verbänden gleiche Bedingungen vorfinden werden uns sich nicht ständig auf
verbandsinterne Zusatzbestimmungen einzustellen haben.
Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die jeweiligen AZG-MV berechtigt sind, entsprechend ihrer vereinseigenen Bestimmungen Zusatzregeln in
einem Anhang aufzunehmen, die jedoch nicht im Gegensatz zu den AZG-Bestimmungen stehen dürfen.
Ratschläge vor der ersten Prüfung
Allgemeines
Wir nehmen einmal an, in sechs Wochen führt unser Verein eine Schutzhundprüfung durch und wir sind sicher, dass unser Hund
prüfungsreif ist und teilnehmen kann. Er muss so weit sein, dass er die Übungen aller Disziplinen ohne wesentliche Hilfegebung ausführt. Wir neigen dazu, den Hund durch Händeklatschen oder aufmunternde
Worte zu unterstützen. Meist geschieht das unbewusst und ist oft gar nicht nötig. Wir müssen uns rechtzeitig vor der Prüfung dazu zwingen, die Hilfen abzubauen bzw. auf ein notwendiges Minimum zu
reduzieren, damit sich der Hund am Prüfungstag nicht vor zusätzliche Probleme gestellt sieht, da ihm die gewohnte Aufmunterung fehlte. Der Leistungsrichter wertet nicht nur die Arbeit des Hundes, sondern
bestraft auch Fehlverhalten des Hundeführers mit Punktabzug.
Es ist selbstverständlich, dass wir dem Hund vor jeder Disziplin Gelegenheit geben, sich gründlich zu säubern, wir lassen ihn auslaufen, wie es
in der Hundeführersprache heißt.
Vor Beginn einer Prüfung führt der Leistungsrichter eine Tätowiernummernkontrolle durch. Tätowiert werden Welpen im Alter von ca. 8 Wochen, d.
h. ihnen wird mit einer Zange eine Nummer ins rechte Ohr gedrückt, mit deren Hilfe jederzeit die Identität des Hundes festgestellt werden kann. Bei einem wesensfesten Hund ergeben sich bei dieser
Kontrolle keine Probleme, trotzdem sollten wir diese kleine Übung in unsere Prüfungsvorbereitungen mit einbeziehen.
Fährtenarbeit
Wir sollten mindestens einmal wöchentlich mit Vereinskameraden bzw. Prüfungsteilnehmern zum Suchen gehen. Der Hund soll sich an die Einflüsse
und Ablenkungen gewöhnen, denen er am Prüfungstag gleichermaßen ausgesetzt ist.
Mit bei Fuß sitzendem Hund üben wir auch jedes Mal das Anmelden, das auf der Prüfung beim Leistungsrichter zu erfolgen hat: Name des Hundes,
Name des Führers, melden sich zur Fährtenarbeit Schutzhund I, der Hund verweist.
Ebenso melden wir korrekt die Beendigung der Fährtenarbeit mit „Suche beendet, zwei Gegenstände gefunden“. Diese sind dabei vorzuzeigen. Der
Hund darf bei der Prüfung nach dem Verweisen des letzten Gegenstandes nur gelobt, nicht aber mit Futterbrocken oder Bällchen belohnt und auch nicht von der langen Leine abgekoppelt werden, bevor nicht
die Abmeldung erfolgte.
Wir sollten wissen: ein Winkel setzt sich aus dem rechtwinkligen Zusammentreffen zweier Geraden zusammen. Wir üben prüfungsgerecht, indem wir
die Winkel jetzt nicht mehr im Bogen, sondern exakt rechtwinklig legen. Um kein Risiko einzugehen, benutzen wir jetzt immer die beiden Gegenstände, die wir auch auf der Prüfung verwenden wollen. Wir
achten darauf, dass die vorgeschriebene Zeit eingehalten wird, das heißt wir suchen die Fährte nach etwa 20 Minuten ab.
Unterordnung
Auf der Prüfung melden sich je zwei Hundeführer mit Hund beim Leistungsrichter. Auch diese Übung beziehen wir in unser
Training mit ein. Bei folgenden Übungen ist die Anweisung des Leistungsrichters zu beachten: zunächst der Anfang der Gehorsamsübungen (Hund und Hundeführer befinden sich in Grundstellung), dann das
Abholen aus dem Sitz, das Abrufen aus dem „Platz“ und das Losgehen zum „Voraus“.
Man behält auf der Prüfung den Leistungsrichter im Auge, um für die Anweisungen empfangsbereit zu sein, die durch Zuruf, aber auch durch
Handzeichen oder Kopfnicken erteilt werden. Zwei Schüsse werden bei der Freifolge nach dem ersten Winkel abgegeben.
Wir setzen voraus, dass sich der Hundeführer mit den in der Prüfungsordnung angegebenen Schrittzahlen befasst hat. Es ist unerlässlich, während
sämtlicher Laufübungen die Schritte zu zählen. Nur so wird Punktabzug durch Nichteinhalten der Mindestschrittzahl vermieden. Bei den Übungen Sitz und Platz empfiehlt es sich, von vornherein aus der
Grundstellung immer 12 Schritte zu gehen, bis das Hörzeichen gegeben wird. Fehler korrigieren wir ruhig und sachlich. Auf keinen Fall darf der Hund so kurz vor dem Ziel durch zu harte oder gar
unbeherrschte Strafe verprellt werden. Auch sollte bei jeder Unterordnungsübung das Schießen und die Gruppe nicht fehlen.
Schutzdienst
Nach Möglichkeit arbeiten wir vor der Prüfung nur mit dem Helfer, der auch bei der Prüfung eingesetzt wird. Das gibt dem jungen Hund
eine gewisse Sicherheit und garantiert uns ein erfolgreiches Bestehen. Wir vermeiden kurz vor der Prüfung alles, was den Hund verunsichern könnte. Ein erfahrener Helfer weiß das und wird sich
entsprechend verhalten bzw. Anweisung geben.
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