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Inhaltsverzeichnis:
1. Allgemeines
Der Ausbildungswart hat die Verpflichtung, sich Kenntnisse anzueignen, die es ihm ermöglichen, Menschen mit ihrem Hund einem Ziel
entgegenzubringen, wobei er in der Lage sein muss, auf die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen einzugehen. Bei der durch die Medien verursachten Verunsicherung der Hundehalter und deren
Sensibilisierung in Richtung Erziehung und Haltung des Hundes, ist es auch wichtig, die ganze Familie bei der Arbeit auf dem Hundeplatz mit einzubeziehen.
Vom Ausbildungswart ist daher ein hohes Maß an Toleranz und Einfühlungsvermögen erforderlich, um allen – Menschen wie Hunden – das Gefühl zu vermitteln, hier an der richtigen Adresse zu sein.
Was vom Ausbildungswart verlangt werden muss:
- Der Ausbildungswart muss sein bisheriges Wissen und Können selber ausweiten.
- Der Ausbildungswart darf aus seinem eigenen Wissen und Können kein Geheimnis machen, sondern muss es anderen weitervermitteln. - Der Ausbildungswart sollte mit den wichtigsten
Bestimmungen des Tierschutzgesetzes, Jagdgesetzes etc. vertraut sein. - Der Ausbildungswart sollte einiges über Hundekrankheiten wissen. - Der Ausbildungswart sollte hinreichende
Praxis in der Tätigkeit als Schutzdiensthelfer haben, um z.B. neue Helfer ausbilden und einarbeiten zu können. - Der Ausbildungswart sollte Kenntnisse über die menschliche Psychologie besitzen,
da er stark in die Menschenführung eingebunden ist. - Der Ausbildungswart sollte auch pädagogische Fähigkeiten besitzen, vor allem Ruhe und Geduld. - Der Ausbildungswart sollte die
Arbeitsleistung eines Hundes beurteilen können. Fehlt diese Fähigkeit, so ist der AW nicht in der Lage, auftretende Fehler im Hinblick auf die Anforderungen der PO zu korrigieren.
Das Wesentliche
der Gebrauchshundausbildung ist, Fehler von Hundeführern, Helfern und Hunden erkennen zu können. Diese Fehler müssen gemeinsam besprochen werden, um sie langsam aber sicher abstellen zu können.
Auf die Wichtigkeit dieser Gespräche kann nicht genug hingewiesen werden!
2. Ausbildungswart und Menschenführung
Um als Ausbildungswart erfolgreich sein zu können, muss er in der Lage sein, Menschen zu führen!
Für eine erfolgreiche Ausbildung muss der Ausbildungswart folgende Voraussetzungen schaffen:
- Der Ausbildungswart muss die Ausbildung so gestalten, dass Hundeführer und Helfer sie verstehen. - Die Ausbildung muss
von den Hundeführern und Helfern für richtig und zweckmäßig gehalten werden, so dass sie sich diese zu eigen machen wollen.
Wie sollte eine Ausbildung aussehen?
1. Das Ziel
Zu jedem Ausbildungsabschnitt gehört ein Ziel, das es zu erreichen gilt.
Das Ziel ist dann erreicht, wenn der Übungsabschnitt von Hundeführer und Hund beherrscht wird.
a) Als erstes muss das Ziel klar definiert vorgegeben werden.
b) Das Ziel muss eindeutig beschrieben und verstanden sein.
c) Das Ziel muss für Hundeführer und Hund erreichbar sein.
d) Das Ziel muss im Auge behalten werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der 2. Schritt nicht vor dem 1. Schritt getan
wird.
e) Nach Erreichen des Ziels ist der weitere Weg zu bestimmen.
f) Der starke Wunsch des Hundeführers, das Ziel zu erreichen, trägt wesentlich zum erfolgreichen Abschluss bei. Es ist daher
wichtig, den Hundeführer immer wieder zu motivieren.
2. Voraussetzung für gute Leistungen
a) Der Ausbildungswart muss mit gutem Beispiel in der Ausbildung und im Umgang mit Mensch und Tier vorangehen.
b) Der Ausbildungswart muss immer ansprechbar sein.
3. Aufbau des Vertrauens
a) Der Ausbildungswart muss auf einen positiven Führungsstil achten. Damit trägt er zur Ermutigung,
zum Verständnis, zur Wertschätzung und zur Partnerschaftlichkeit bei. b) Der Ausbildungswart muss auf einen freundlichen und höflichen Ton achten.
c) Alle Forderungen sind in angemessener Form zu stellen.
Falsch ist, wenn der Ausbildungswart seine Hundeführer geringschätzig und verständnislos behandelt und wenn er überheblich, unfreundlich und unhöflich auftritt.
4. Ausbildungsgespräche mit Hundeführern und Helfern
a) Der Gesichtsausdruck ist ein deutliches Zeichen dafür, ob jemand
einen anderen ernst nimmt oder nicht. b) Jedes Gespräch verlangt eine abgestimmte Mischung aus Anschauen und Wegblicken. Wer zuviel wegblickt, gilt als unehrlich und erweckt Misstrauen. Zu langes
Ansehen gilt als respektlos und wirkt zudringlich. c) Vorsicht vor Vorurteilen! – Die eigenen Wahrnehmungen und Überlegungen sollten helfen, den Mitmenschen richtig einschätzen zu können.
5. Lob und Anerkennung
Lob und Anerkennung durch den Ausbildungswart verbessern die Leistungsbereitschaft und ermutigen den Hundeführer zu größerem
persönlichen Einsatz.
Der Ausbildungswart muss seine Hundeführer anerkennen und ihnen
Beachtung schenken. Sie fühlen sich dann angesprochen und entwickeln Selbstvertrauen und Selbstachtung.
6. Fehler und Schwächen
Nur eine Ausbildungswart, der nichts macht, macht keine Fehler. Ein Ausbildungswart, der seine Fehler und Schwächen gesteht,
zeigt seine wahre Stärke.
Aber: Der Ausbildungswart sollte nicht zu oft Fehler machen, da er sonst seine Glaubwürdigkeit verliert!
7. Förderung der Zusammenarbeit
a) Durch zielgerichtete Ausbildung b) Durch gute Beispiele c) Betonung der Gemeinsamkeiten d)
Trennendes in den Hintergrund treten lassen e) Spannungen in einer Gruppe erkennen, beseitigen und ausgleichend wirken f) Alle Meinungen anhören
Wer seinen Hundeführern vertraut, dem wird
Vertrauen entgegen gebracht.
Der Ausbildungswart gewinnt seine Autorität
nicht durch „Kumpanei“ oder „Verbrüderung“, sondern durch Einfühlungsvermögen und fachliches Können.
8. Dosierung der Forderungen
Der Ausbildungswart darf von den Hundeführern nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig fordern.
Folgende Reihenfolge sollte nach Möglichkeit eingehalten werden:
a) Vormachen und Erklären des Ausbildungsabschnittes
b) Nachmachen seitens des Hundeführers, dabei Verbessern durch den Ausbildungswart c) Nochmaliges Üben des Hundeführers d) Wichtig: Nicht alles auf einmal machen lassen,
sondern Schritt für Schritt!
9. Kritik a) Kritik sollte sachlich, aufbauend und ermutigend angebracht werden. b) Kritik sollte niemals verletzend sein.
c) Nicht nur kritisieren, sondern auch das richtige Verhalten herausstellen und würdigen. d) Begründung der festgestellten Mängel bzw. Fehler und
richtiges Verhalten aufzeigen. e) Der Hundeführer sollte die Kritik unbedingt als Hilfe verstehen! f) Andere Hundeführer sollten auch in das Gespräch mit eingebunden
werden. g) Werden Fehler angesprochen, sollte der Ausbildungswart mit einem positiven Hinweis, einer allgemeinen Anerkennung, einem Lob für die gezeigte Gesamtausbildung beginnen oder enden. h)
Fehler sind sachlich zu beurteilen, ohne dabei persönliche Eigenschaften des Hundeführers zu kritisieren. i) Kleinere Fehler können auch mal zugelassen werden, es ist jedoch zu verhindern, das Fehler
sich festsetzen.
Wer es bewusst unterlässt, Fehler
und Mängel zu kritisieren und für ein richtiges Verhalten zu sorgen – sei es aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Kameradschaft - , der untergräbt sein Ansehen! Wenn Fehler immer wieder
auftauchen, muss sich der Ausbildungswart fragen, ob er richtig ausgebildet hat oder ob ein unzulänglicher Wissensstand die Ursache des Fehlverhaltens war!
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