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1. Theoretische Grundlagen
a) Täglicher Pflegedienst Beim täglichen Pflegedienst steht nicht allen die Forderung nach Bewegung und Reinigung des
Hundes im Vordergrund, sondern vor allem die Früherkennung von Krankheiten des Tieres. Der Hundeführer/-halter muss seinen Hund täglich gewissenhaft pflegen. Das ist die grundlegende Voraussetzung dafür, dass der
Hund gesund und leistungsfähig bleibt.
Die tägliche Pflege fördert
- Leistung - Wohlbefinden - Kontakt (Mensch/Tier) und - Krankheitsfrüherkennung.
Sie verhindert - Leistungsabfall - Krankheitsverschleppungen und - Parasitenbefall.
b) Was zu pflegen ist:
Haut und Haarkleid durch - Massage der Haut, - Kämmen, - Bürsten.
Pfoten mit - Krallen, - Ballen.
Körperöffnungen wie - Fang, - Nase, - Ohren, - Augen, - After, -
Geschlechtsteil.
c) Was zu beobachten ist:
Veränderungen des Gesamtverhaltens (Allgemeinbefinden)
- Unlust (Apathie), - Verweigerung von Nahrungsaufnahme, - Ungewöhnlich großer Durst.
Parasitenbefall Sichtbare Merkmale von Krankheitserscheinungen, - überdurchschnittlicher Ausfluss aus Augen,
Nase, Geschlechtsteil, - häufiges Erbrechen, - Juckreiz, - Bewegungsbehinderungen ohne erkennbare Anzeichen (Dorn, Risswunde), - Kopfschütteln, - Kratzen,
- Wälzen, - Schwierigkeiten beim Harnlassen (Blut im Harn, Farbe), - Schwierigkeiten beim Kotabsetzen, - Kot beobachten (Konsistenz, Würmer, Blut), - Haarausfall,
- stumpfes Fell, - Verstopfung, - schlechter Ernährungszustand trotz Fresslust.
Störungen im Bewegungsablauf Überschreiten der Normaltemperatur (38,5 – 39,2, erhöhte Temperatur 39,4) durch Messen der
Körpertemperatur um Abweichungen zum Zwecke der Krankheitsfrüherkennung festzustellen.
d) Tägliches Kämmen Wird der Hund täglich gekämmt und gebürstet, braucht er nur selten ein Bad. Bei starker Verschmutzung des
Haarkleides kann er mit Wasser und geeigneten Wachmitteln gebadet werden. Anschließend muss eine zugfreie Unterbringung sichergestellt werden. In den Sommermonaten soll der Hund auch schwimmen.
2. Praktischer Pflegedienst
a) Handmassage Die Massage der Haut - soll die Durchblutung und das Allgemeinbefinden fördern, -
soll das Lösen locker in der Haut sitzender Haare bewirken, - dient der Erkennung von Verletzungen, Quetschungen, Parasiten etc.
Sie soll entlang - dem Rücken, - der Schulterpartie, - der Vorder- und Hinterhand zum Herzen hin durchgeführt werden. Nur diese
Körperteile sind mit leichtem bis starkem Fingerdruck zu walken.
b) Kämmen Zum Kämmen des Hundes soll jeweils ein Stielkamm mit breitem und engem Zahnabstand verwendet werden. Der Kamm mit
engem Zahnabstand soll zur Erhaltung des Unterhaares im Winter nicht verwendet werden.
Reihenfolge: Erst kämmen, dann bürsten.
c) Bürsten Im ersten Arbeitsgang soll zur Reinigung des Haarkleides gegen den Strich gebürstet werden; im zweiten erfolgt die
mit dem Strich durchzuführende Glättung des Haarkleides.
d) Putzabfälle Die anfallenden Putzabfälle sollen wegen der bestehenden Gefahr der Verbreitung von Hautparasiten, sowie aus
hygienischen Gründen sorgfältig gesammelt und unschädlich gemacht werden.
3. Untersuchungen auf evtl. krankhafte Veränderungen
a) Fang Untersuchung des Fanges auf evtl. Verletzungen, Zahnerkrankungen, Verfärbungen der Schleimhäute und üblen Geruch
(Hinweis auf verschiedene Organerkrankungen)
b) Nase Untersuchung der Nase auf Ausfluss (Hinweis auf verschiedene Infektionskrankheiten und Erkrankungen der oberen
Atemwege). Wässriger und eitriger Ausfluss sind Zeichen von Erkrankungen der oberen Atemwege. Der Nasenspiegel gesunder Hunde ist feucht und glänzend, bei kranken Tieren jedoch gelegentlich trocken und rissig
(im Bedarfsfall mit Melkfett oder Vaseline eincremen).
c) Augen Untersuchung der Augen auf Fremdkörper, Verletzungen, Verfärbung der Augenbindehaut (insbesondere Rötung),
Augenausfluss.Ausfluss im Augenwinkel (geringe Mengen beim gesunden Hund) wird mit mäßig feuchtem Wattebausch zum Nasenrücken hin abgewischt.Bei vermehrtem wässrigen oder eitrigen Ausfluss ist der Tierarzt
hinzuzuziehen.
d) Ohren Untersuchung der Ohren auf Zecken, Ekzeme, Gehörgangsentzündungen (Geruchsprobe!). 1-2 mal wöchentlich sollen die
Ohrmuscheln (äußerer Gehörgang!) mit Zeigefinger, Watte und Paraffinöl gereinigt werden. Die Reinigung des inneren Gehörganges mit einem Watteträger soll durch den Tierarzt erfolgen. Bei Entzündungen unbedingt
den Tierarzt konsultieren, nicht alten Hausmitteln den Vorzug geben.
Entzündungen des äußeren oder inneren Gehörganges (fälschlicherweise als Ohrwurm oder Ohrenzwang bezeichnet) entstehen hauptsächlich durch Einwirkungen wie
- Nässe, - Schmutz, - Fremdkörper (z. B. Kornspelzen, Grannen der Getreidearten), - Chemische Stoffe, - Ohrenmilben und -
durch zersetztes Ohrenschmalz.
Kennzeichen: Der Hund hält seinen Kopf schief, schüttelt den Kopf und kratzt sich mit den Pfoten der Hinterläufe über das
entsprechende Ohr. Hierbei brummen oder jaulen die Hunde. Der Gehörgang ist gerötet.
Fremdkörper müssen – wenn möglich – sofort
entfernt werden. Ggf. den Tierarzt aufsuchen.
e) Haarkleid Untersuchung des Haarkleides (Haut und Fell) auf Kahlstellen, Hautparasiten und Verletzungen. Durch Führung der
Hand gegen den Fellstrich ist eine Einsicht der Haut möglich.
Schmutz, Staub abgestorbene Haare und Hautreste sind zu entfernen!
Intensive Pflege regt die Blutzirkulation und die Hautatmung an, erhöht der Widerstandskraft gegen Witterungseinflüsse.
f) Pfoten Untersuchung der Pfoten auf Verletzungen, Ekzeme, Druckstellen.
Krallen werden nur bei weichem Gelände zu lang, nicht bei normalen Bodenverhältnissen. Die Daumenkrallen der Vorderläufe nutzen beim
Laufen nicht ab, da sie den Boden nicht berühren. Wenn nötig, nur mit speziellen Krallenzangen kürzen. Nicht über die Blutlinie kürzen!
Ballen: Oftmals sind plötzliche Lahmheiten auf eingetretene Steinchen sowie Schnitt- oder Rissverletzungen, wie auch Zwischenballen- oder
Zwischenzehekzeme zurückzuführen. Im Winter wird beim Einsatz von Streumitteln empfohlen, die Pfoten mit handwarmem Wasser zu waschen, um Hautentzündungen zwischen Zehen und Ballen vorzubeugen. Einfetten mit
Melkfett oder Vaseline gehört dann zur täglichen Pflege.
Zur Untersuchung des Vorderlaufes wird dieser angehoben und im Vorderfußgelenk nach hinten abgeknickt. Zur Untersuchung der Hinterläufe
stellt sich der Hundeführer/-halter seitlich neben seinen Hund, damit er den Hinterlauf nach hinten ausgestreckt anheben und die Fußballen deutlich sehen kann. Mit dem Daumen können die Ballen leicht auseinander
gedrückt und die Zwischenräume eingesehen werden.
g) After Untersuchung des Afters auf Entzündungen der Analdrüsen und am After austretende Darmparasitenteile.
Eine verschmierte Analregion weist auf Durchfall hin. Juckreiz (Schlittenfahren) und Rötung weisen auf Analbeutelentzündung oder Wurmbefall hin.
In beiden Fällen und bei anhaltendem Durchfall ist der Tierarzt aufzusuchen.
h) Geschlechtsteile Untersuchung der Geschlechtsteile auf Ausfluss und optische Veränderungen.
Vorhaut Bei gelblichem, trüben Ausfluss liegt eine Entzündung vor, die vom Tierarzt zu behandeln ist.
Hoden Durch Liegen auf rauem Untergrund (Beton) kann es gelegentlich zu Reizungen und Entzündungen des Hodensackes kommen
(Skrotalexcem). Bei Entzündung der Hoden sind diese meist geschwollen. Blutiger Urin deutet beim Rüden auf eine Prostataerkrankung hin.
Scheide Bei Hündinnen ist auf unnatürlichen Scheidenausfluss zu achten (schleimiger, eitriger, blutiger Ausfluss). Nur zur Zeit der
Läufigkeit besteht ein natürlicher Blutausfluss aus der Scheide, bei gleichzeitiger Schwellung der Schamlippen und verändertem Geschlechtsverhalten.
Läufigkeit der Hündin
Phase vor der Läufigkeit Schamschwellung und blutiger Ausfluss, (Pröostrus) Rüden werden angelockt. Dauer: 6 – 9 Tage
(Östrus) Rüden werden akzeptiert Dauer: individuell verschieden, ca. 9 Tage
Trächtigkeit keine äußeren Merkmale in den ersten 1 – 5 Wochen, danach Gesäugeschwellung und ggf. Gewichtszunahme Dauer: ca. 58 – 63 Tage
Sexuelle Ruhepause Abwehr der Rüden, kein sexuelles Interesse Dauer: durchschnittlich 6 – 7 Monate Ausnahme = Schäferhunde mit nur 4 – 5 Mon.
Läufigkeitsunterdrückung Bei den hier gebräuchlichen Medikamenten handelt es sich prinzipiell um die gleichen Wirkstoffe, die auch in
der Humanmedizin eingesetzt werden.
Durch eine Injektion wird der Sexualzyklus unterbrochen, eine Läufigkeit tritt nicht mehr auf. Anwendung ca. 1 – 2 Monate vor der Hitze. Der
richtige Zeitpunkt ist sehr wichtig, andernfalls können Nebenwirkungen eintreten. Im Zweifel kann der Tierarzt das Zyklusstadium mit einem Scheidenabstrich bestimmen.
Läufigkeitsunterbrechung Auch hier helfen Hormongaben, die vom Tierarzt verschrieben und im Regelfall, nach Beobachtung der Blutung,
für einen Zeitraum von ca. 2 – 3 Wochen täglich zu verabreichen sind.
Unerwünschter Deckakt
Wichtig: keine Trennversuche!
Nach dem Deckakt Tierarzt konsultieren. Die Trächtigkeit kann bis zum 35. Tag abgebrochen werden.
4. Körpertemperatur
a) Verhalten beim Messen Das Messen der Körpertemperatur (nur in Verdachtsfällen) ist für den Hund eine unangenehme
Angelegenheit. Wenn der stehende Hund sich dauernd bewegt, sollte es nur zu zweit durchgeführt werden, weil der Darm durch das Thermometer verletzt werden kann. Im Liegen geht es problemloser. Ggf. sollte der
Beißkorb aufgesetzt werden.
b) Einführen des Thermometers Das Messen der Mastdarmtemperatur erfolgt mit einem gut eingefetteten Thermometer, dessen
Quecksilbersäule zuvor durch Schütteln „heruntergeschlagen“ werden muss und soll unter leichten Drehbewegungen vorsichtig ca. 5 cm in den Mastdarm eingeführt werden, wo es ca. 3 Minuten verbleibt.
c) Messwerte Die normale Temperatur schwankt beim Hund zwischen 38,5° (morgens) und 39,2° (abends).
Durch hohe Außentemperaturen, körperliche Belastung und Aufregung kann die Körpertemperatur geringfügig erhöht sein.
Untertemperatur ist gefährlicher als Übertemperatur und oft ein Hinweis auf einen nahe bevorstehenden Tod.
Bei fieberhaften Krankheiten (über 39°) und
Untertemperatur ist der Tierarzt hinzuzuziehen!
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