Bilder und Flaggen führen zu den Links

Rottweiler
“von der Burgbleiche”©

Picture and flags consist
of links.

Hunde-
Pflege

    Inhaltsverzeichnis:

1. Theoretische Grundlagen
a) Täglicher Pflegedienst, b) Was zu pflegen ist.,  c) Was zu beobachten ist.
d) Tägliches Kämmen

2. Praktischer Pflegedienst
a) Handmassagen, b) Kämmen, c) Bürsten,  d) Putzabfälle

3. Untersuchungen auf evtl. krankhafte Veränderungen
a) Fang, b) Nase, c) Augen,  d) Ohren, e) Haarkleid,  f) Pfoten
g) After,  h) Geschlechtsteile

4. Körpertemperatur
a) Verhalten beim Messen, b) Einführen des Thermometers
c) Messwerte

1. Theoretische Grundlagen

a)   Täglicher Pflegedienst
Beim täglichen Pflegedienst steht nicht allen die Forderung nach Bewegung und Reinigung des Hundes im Vordergrund, sondern vor allem die Früherkennung von Krankheiten des Tieres.
Der Hundeführer/-halter muss seinen Hund täglich gewissenhaft pflegen. Das ist die grundlegende Voraussetzung dafür, dass der Hund gesund und leistungsfähig bleibt.

    Die tägliche Pflege fördert

    - Leistung
    - Wohlbefinden
    - Kontakt (Mensch/Tier) und
    - Krankheitsfrüherkennung.

    Sie verhindert
    - Leistungsabfall
    - Krankheitsverschleppungen und
    - Parasitenbefall.

    b)   Was zu pflegen ist:

    Haut und Haarkleid durch
    - Massage der Haut,
    - Kämmen,
    - Bürsten.

    Pfoten mit
    - Krallen,
    - Ballen.

    Körperöffnungen wie
    - Fang,
    - Nase,
    - Ohren,
    - Augen,
    - After,
    - Geschlechtsteil.

    c) Was zu beobachten ist:

    Veränderungen des Gesamtverhaltens (Allgemeinbefinden)

    - Unlust (Apathie),
    - Verweigerung von Nahrungsaufnahme,
    - Ungewöhnlich großer Durst.

    Parasitenbefall
    Sichtbare Merkmale von Krankheitserscheinungen,
    - überdurchschnittlicher Ausfluss aus Augen, Nase, Geschlechtsteil,
    - häufiges Erbrechen,
    - Juckreiz,
    - Bewegungsbehinderungen ohne erkennbare Anzeichen (Dorn, Risswunde),
    - Kopfschütteln,
    - Kratzen,
    - Wälzen,
    - Schwierigkeiten beim Harnlassen (Blut im Harn, Farbe),
    - Schwierigkeiten beim Kotabsetzen,
    - Kot beobachten (Konsistenz, Würmer, Blut),
    - Haarausfall,
    - stumpfes Fell,
    - Verstopfung,
    - schlechter Ernährungszustand trotz Fresslust.

Störungen im Bewegungsablauf
Überschreiten der Normaltemperatur (38,5 – 39,2, erhöhte Temperatur 39,4) durch Messen der Körpertemperatur um Abweichungen zum Zwecke der Krankheitsfrüherkennung festzustellen.

d) Tägliches Kämmen
Wird der Hund täglich gekämmt und gebürstet, braucht er nur selten ein Bad. Bei starker Verschmutzung des Haarkleides kann er mit Wasser und geeigneten Wachmitteln gebadet werden. Anschließend muss eine zugfreie Unterbringung sichergestellt werden.
In den Sommermonaten soll der Hund auch schwimmen.

2. Praktischer Pflegedienst

a)   Handmassage
Die Massage der Haut
- soll die Durchblutung und das Allgemeinbefinden fördern,
- soll das Lösen locker in der Haut sitzender Haare bewirken,
- dient der Erkennung von Verletzungen, Quetschungen, Parasiten etc.

Sie soll entlang
- dem Rücken,
- der Schulterpartie,
- der Vorder- und Hinterhand zum Herzen hin durchgeführt werden. Nur diese Körperteile sind mit leichtem bis starkem Fingerdruck zu walken.

b) Kämmen
Zum Kämmen des Hundes soll jeweils ein Stielkamm mit breitem und engem Zahnabstand verwendet werden. Der Kamm mit engem Zahnabstand soll zur Erhaltung des Unterhaares im Winter nicht verwendet werden.

Reihenfolge:         Erst kämmen, dann bürsten.

c)   Bürsten
Im ersten Arbeitsgang soll zur Reinigung des Haarkleides gegen den Strich gebürstet werden; im zweiten erfolgt die mit dem Strich durchzuführende Glättung des Haarkleides.

d)   Putzabfälle
Die anfallenden Putzabfälle sollen wegen der bestehenden Gefahr der Verbreitung von Hautparasiten, sowie aus hygienischen Gründen sorgfältig gesammelt und unschädlich gemacht werden.

3. Untersuchungen auf evtl. krankhafte Veränderungen

a)   Fang
Untersuchung des Fanges auf evtl. Verletzungen, Zahnerkrankungen, Verfärbungen der Schleimhäute und üblen Geruch (Hinweis auf verschiedene Organerkrankungen)

b) Nase
Untersuchung der Nase auf Ausfluss (Hinweis auf verschiedene Infektionskrankheiten und Erkrankungen der oberen Atemwege).
Wässriger und eitriger Ausfluss sind Zeichen von Erkrankungen der oberen Atemwege.
Der Nasenspiegel gesunder Hunde ist feucht und glänzend, bei kranken Tieren jedoch gelegentlich trocken und rissig (im Bedarfsfall mit Melkfett oder Vaseline eincremen).

c) Augen
Untersuchung der Augen auf Fremdkörper, Verletzungen, Verfärbung der Augenbindehaut (insbesondere Rötung), Augenausfluss.Ausfluss im Augenwinkel (geringe Mengen beim gesunden Hund) wird mit mäßig feuchtem Wattebausch zum Nasenrücken hin abgewischt.Bei vermehrtem wässrigen oder eitrigen Ausfluss ist der Tierarzt hinzuzuziehen.

d) Ohren
Untersuchung der Ohren auf Zecken, Ekzeme, Gehörgangsentzündungen (Geruchsprobe!).
1-2 mal wöchentlich sollen die Ohrmuscheln (äußerer Gehörgang!) mit Zeigefinger, Watte und Paraffinöl gereinigt werden. Die Reinigung des inneren Gehörganges mit einem Watteträger soll durch den Tierarzt erfolgen.
Bei Entzündungen unbedingt den Tierarzt konsultieren, nicht alten Hausmitteln den Vorzug geben.

Entzündungen des äußeren oder inneren Gehörganges (fälschlicherweise als Ohrwurm oder Ohrenzwang bezeichnet) entstehen hauptsächlich durch Einwirkungen wie
- Nässe,    
- Schmutz,
- Fremdkörper (z. B. Kornspelzen, Grannen der Getreidearten),
- Chemische Stoffe,
- Ohrenmilben und
- durch zersetztes Ohrenschmalz.

Kennzeichen:
Der Hund hält seinen Kopf schief, schüttelt den Kopf und kratzt sich mit den Pfoten der Hinterläufe über das entsprechende Ohr. Hierbei brummen oder jaulen die Hunde. Der Gehörgang ist gerötet.

Fremdkörper müssen – wenn möglich – sofort entfernt werden. Ggf. den Tierarzt aufsuchen.

e) Haarkleid
Untersuchung des Haarkleides (Haut und Fell) auf Kahlstellen, Hautparasiten und Verletzungen. Durch Führung der Hand gegen den Fellstrich ist eine Einsicht der Haut möglich.

Schmutz, Staub abgestorbene Haare und Hautreste sind zu entfernen!

Intensive Pflege regt die Blutzirkulation und die Hautatmung an, erhöht der Widerstandskraft gegen Witterungseinflüsse.

f) Pfoten
Untersuchung der Pfoten auf Verletzungen, Ekzeme, Druckstellen.

Krallen werden nur bei weichem Gelände zu lang, nicht bei normalen Bodenverhältnissen. Die Daumenkrallen der Vorderläufe nutzen beim Laufen nicht ab, da sie den Boden nicht berühren. Wenn nötig, nur mit speziellen Krallenzangen kürzen.
Nicht über die Blutlinie kürzen!

Ballen: Oftmals sind plötzliche Lahmheiten auf eingetretene Steinchen sowie Schnitt- oder Rissverletzungen, wie auch Zwischenballen- oder Zwischenzehekzeme zurückzuführen.
Im Winter wird beim Einsatz von Streumitteln empfohlen, die Pfoten mit handwarmem Wasser zu waschen, um Hautentzündungen zwischen Zehen und Ballen vorzubeugen. Einfetten mit Melkfett oder Vaseline gehört dann zur täglichen Pflege.

Zur Untersuchung des Vorderlaufes wird dieser angehoben und im Vorderfußgelenk nach hinten abgeknickt.
Zur Untersuchung der Hinterläufe stellt sich der Hundeführer/-halter seitlich neben seinen Hund, damit er den Hinterlauf nach hinten ausgestreckt anheben und die Fußballen deutlich sehen kann.
Mit dem Daumen können die Ballen leicht auseinander gedrückt und die Zwischenräume eingesehen werden.

g) After
Untersuchung des Afters auf Entzündungen der Analdrüsen und am After austretende Darmparasitenteile.

Eine verschmierte Analregion weist auf Durchfall hin. Juckreiz (Schlittenfahren) und Rötung weisen auf Analbeutelentzündung oder Wurmbefall hin. In beiden Fällen und bei anhaltendem Durchfall ist der Tierarzt aufzusuchen.

h) Geschlechtsteile
Untersuchung der Geschlechtsteile auf Ausfluss und optische Veränderungen.

Vorhaut
Bei gelblichem, trüben Ausfluss liegt eine Entzündung vor, die vom Tierarzt zu behandeln ist.

Hoden
Durch Liegen auf rauem Untergrund (Beton) kann es gelegentlich zu Reizungen und Entzündungen des Hodensackes kommen (Skrotalexcem).
Bei Entzündung der Hoden sind diese meist geschwollen.
Blutiger Urin deutet beim Rüden auf eine Prostataerkrankung hin.

Scheide
Bei Hündinnen ist auf unnatürlichen Scheidenausfluss zu achten (schleimiger, eitriger, blutiger Ausfluss).
Nur zur Zeit der Läufigkeit besteht ein natürlicher Blutausfluss aus der Scheide, bei gleichzeitiger Schwellung der Schamlippen und verändertem Geschlechtsverhalten.

Läufigkeit der Hündin

Phase vor der Läufigkeit Schamschwellung und blutiger Ausfluss,
(Pröostrus)   
Rüden werden angelockt. Dauer: 6 – 9 Tage

(Östrus)    
Rüden werden akzeptiert Dauer: individuell verschieden, ca. 9 Tage

Trächtigkeit
keine äußeren Merkmale in den ersten 1 – 5 Wochen, danach Gesäugeschwellung und ggf. Gewichtszunahme
Dauer: ca. 58 – 63 Tage

Sexuelle Ruhepause Abwehr der Rüden, kein sexuelles Interesse
Dauer: durchschnittlich 6 – 7 Monate
Ausnahme = Schäferhunde mit nur 4 – 5 Mon.

Läufigkeitsunterdrückung
Bei den hier gebräuchlichen Medikamenten handelt es sich prinzipiell um die gleichen Wirkstoffe, die auch in der Humanmedizin eingesetzt werden.

Durch eine Injektion wird der Sexualzyklus unterbrochen, eine Läufigkeit tritt nicht mehr auf.
Anwendung ca. 1 – 2 Monate vor der Hitze. Der richtige Zeitpunkt ist sehr wichtig, andernfalls können Nebenwirkungen eintreten.
Im Zweifel kann der Tierarzt das Zyklusstadium mit einem Scheidenabstrich bestimmen.

Läufigkeitsunterbrechung
Auch hier helfen Hormongaben, die vom Tierarzt verschrieben und im Regelfall, nach Beobachtung der Blutung, für einen Zeitraum von ca. 2 – 3 Wochen täglich zu verabreichen sind.

Unerwünschter Deckakt

Wichtig: keine Trennversuche!

Nach dem Deckakt Tierarzt konsultieren. Die Trächtigkeit kann bis zum 35. Tag abgebrochen werden.

4. Körpertemperatur

a)   Verhalten beim Messen
Das Messen der Körpertemperatur (nur in Verdachtsfällen) ist für den Hund eine unangenehme Angelegenheit.
Wenn der stehende Hund sich dauernd bewegt, sollte es nur zu zweit durchgeführt werden, weil der Darm durch das Thermometer verletzt werden kann. Im Liegen geht es problemloser. Ggf. sollte der Beißkorb aufgesetzt werden.

b) Einführen des Thermometers
Das Messen der Mastdarmtemperatur erfolgt mit einem gut eingefetteten Thermometer, dessen Quecksilbersäule zuvor durch Schütteln „heruntergeschlagen“ werden muss und soll unter leichten Drehbewegungen vorsichtig ca. 5 cm in den Mastdarm eingeführt werden, wo es ca. 3 Minuten verbleibt.

c) Messwerte
Die normale Temperatur schwankt beim Hund zwischen 38,5° (morgens) und 39,2° (abends).

Durch hohe Außentemperaturen, körperliche Belastung und Aufregung kann die Körpertemperatur geringfügig erhöht sein.

Untertemperatur ist gefährlicher als Übertemperatur und oft ein Hinweis auf einen nahe bevorstehenden Tod.

Bei fieberhaften Krankheiten (über 39°) und Untertemperatur ist der Tierarzt hinzuzuziehen!

Nächstes Thema: Pfotenpflege im Winter

(Allgemeines)  (Der Ausbildungswart) (Die Übungsstunde)  (Die Ausbildung)  (Verhaltenskunde)  (Fütterung des Hundes)  (Pflege des Hundes)  (Anatomie des Hundes)  (Hundekrankheiten)  (Erste Hilfe am Hund)  (Pfotenpflege im Winter)
(
Das Recht rund um den Hund)    (Abteilung A, Fährte)  (Abteilung B, Unterordnung)  (Abteilung C, Schutzdienst)  (Aufgaben und Ziele)

[Home] [Deutsches Vorwort] [Wir über uns] [Kontakt] [Wegbeschreibung] [Unser Zwinger] [Allg.Informationen] [ADRK Informationen] [RW Informationen] [Lehrtafeln] [Sachkunde] [Hundeverordnungen] [Links] [English, Starting page]